Expertenmeinung zu allen Bereichen der langfristigen mechanischen Kreislaufunterstützung veröffentlicht4. Juni 2019 PD Dr. Evgenij Potapov, Leiter des DHZB-Programms für mechanische Kreislaufunterstützung. Foto: © Maier/dhzb/ Unter Leitung des DHZB-Spezialisten PD Dr. Evgenij Potapov legt die Europäische Vereinigung für Herz- und Thoraxchirurgie (EACTS) erstmalig eine umfassende Expertenmeinung (Expert Consensus) zu allen Bereichen der langfristigen mechanischen Kreislaufunterstützung vor. Wenn ein Herz den Kreislauf nicht mehr aufrechterhalten kann und keine andere Therapie hilft, können langfristige mechanische Herzunterstützungssysteme eingesetzt werden. Sie bestehen meist aus einer kleinen Pumpe direkt am Herzen des Patienten, die durch ein Kabel mit einer tragbaren Steuereinheit und Akkus außerhalb des Körpers verbunden ist. Dank erheblicher technischer Fortschritte ist die langfristige mechanische Kreislaufunterstützung (LT-MCS) eine wichtige Behandlungsmethode für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. Es stehen allerdings verschiedene Geräte zur Verfügung, und viele – manchmal widersprüchliche – Meinungen zur Patientenauswahl, zu unterschiedlichen Operationstechniken und zur Nachsorge wurden veröffentlicht. Zum ersten Mal legt die die EACTS deshalb nun eine umfassende, strukturierte und abgestimmte Expertenmeinung zu allen Bereichen der langfristigen mechanischen Kreislaufunterstützung vor. Unter Leitung von Potapov, Leiter des MCS-Programms am Deutschen Herzzentrum Berlin und Prof. Finn Gustavsson vom Reichskrankenhaus in Kopenhagen wirkten dabei 20 Spezialisten aus 13 europäischen Ländern zusammen. Der Expert Consensus enthält Beschreibungen, Zusammenfassungen, Bewertungen und Empfehlungen in Bezug auf: • die Patientenevaluierung, die bestmögliche OP-Vorbereitung sowie das Management kardialer und nicht-kardialer Begleiterkrankungen • operative Implantationstechniken in Abhängigkeit von den individuellen Patienten-Voraussetzungen und der Geräteauswahl • fachübergreifende Aspekte des Aufenthalts auf der Intensivstation, der Rehabilitation, der ambulanten Versorgung, der Wiederherstellung des Herzmuskels und der Versorgung am Lebensende • das Management von Komplikationen wie Blutungen, zerebrovaskulären Unfällen und Gerätefehlfunktionen. „Mein Partner Finn Gustavsson und ich freuen uns, unseren internationalen Kolleginnen und Kollegen Empfehlungen an die Hand geben können, die mit größter Sorgfalt erarbeitet wurden und helfen sollen, das Behandlungsangebot für unsere Patienten kontinuierlich weiter zu verbessern“, sagt Potapov. Der Expert Consenus wurde nun im European Journal of Cardio-Thoracic Surgery veröffentlicht.
Mehr erfahren zu: "Hybrid-DRGs lassen Fallzahlen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen in die Höhe schnellen" Hybrid-DRGs lassen Fallzahlen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen in die Höhe schnellen Laut einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind als Folge der Einführung der Hybrid-DRGs im vergangenen Jahr 17 Prozent mehr Behandlungsfälle abgerechnet worden als im Vorjahr. Das […]
Mehr erfahren zu: "Ist die routinemäßige Implantation von Defibrillatoren nach Herzinfarkt noch zeitgemäß?" Ist die routinemäßige Implantation von Defibrillatoren nach Herzinfarkt noch zeitgemäß? Europäische Leitlinien empfehlen für Patienten mit HFrEF nach einem Herzinfarkt den Einsatz eines ICDs zur Prävention des Plötzlichen Herztods. Eine neue Analyse stellt das infrage: In den jüngsten ausgewerteten Patientendaten […]
Mehr erfahren zu: "Aus der Behandlung von Herzinfarkten bekanntes Konzept auch auf Lungenembolien anwendbar" Aus der Behandlung von Herzinfarkten bekanntes Konzept auch auf Lungenembolien anwendbar Bei Patienten mit Lungenembolie mittleren bis hohen Risikos fallen die kurzfristigen klinischen Ergebnisse bei kathetergestützter Thrombolyse im Vergleich zur alleinigen Standard-Antikoagulationstherapie besser aus.