Fäkaler Mikrobiom-Transfer: Leitlinienempfehlungen bei ausgewählten Magen-Darm-Erkrankungen22. Juli 2024 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Die American Gastroenterological Association hat neue Leitlinien zum Einsatz fäkaler Mikrobiota-basierter Therapien bei verschiedenen gastrointestinalen Erkrankungen veröffentlicht, die spezifische Empfehlungen umfassen. Zu den fäkalen Mikrobiota-basierten Therapien gehören die konventionelle Fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) und die von der US Food and Drug Administration zugelassenen fäkale-Mikrobiota(FM)-Therapien live-jslm und FM-Sporen live-brpk. Die American Gastroenterological Association (AGA) hat nun eine Leitlinie entwickelt, um Empfehlungen für den Einsatz FM-basierter Therapien bei Erwachsenen mit rezidivierenden Clostridioides-difficile-Infektionen, schweren bis fulminanten C.-difficile-Infektionen, mit CED, einschließlich Pouchitis, und mit dem Reizdarmsyndrom (RDS) zu bewerten und zu präzisieren. Das Gremium sprach mehrere Empfehlungen aus: Bei immunkompetenten Erwachsenen mit rezidivierender C.-difficile-Infektion empfiehlt die AGA den selektiven Einsatz FM-basierter Therapien nach Abschluss der Standard-Antibiotikabehandlung zur Verhinderung eines Rezidivs. Bei leicht oder mäßig immungeschwächten Erwachsenen mit rezidivierender C.-difficile-Infektion spricht sich die AGA für den selektiven Einsatz einer herkömmlichen FMT aus. Dagegen rät die AGA bei schwer immungeschwächten Erwachsenen von jeglichen FM-basierten Therapien zur Vorbeugung einer rezidivierenden C.-difficile-Infektion ab. Werden Erwachsene mit einer schweren oder fulminanten C.-difficile-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert und sprechen nicht auf die Standardantibiotika an, empfiehlt die AGA den selektiven Einsatz einer herkömmlichen FMT. Schließlich befürwortet die AGA nicht den Einsatz der konventionellen FMT zur Behandlung von CED oder eines RDS, es sei denn, es handelt sich um klinische Studien. Fazit Das Leitliniengremium fasst zusammen, dass FM-Therapien eine wirksame Therapie zur Vorbeugung von rezidivierendem C. difficile bei ausgewählten Patienten sind. Die konventionelle FMT dagegen sei eine adjuvante Behandlung für bestimmte Erwachsene mit schwerer oder fulminanter C.-difficile-Infektion, die nicht auf die Standard-Antibiotika ansprechen. Bei anderen gastrointestinalen Erkrankungen kann die FMT noch nicht empfohlen werden. (bi) Autoren: Peery AF et al. Korrespondenz: Anne F Peery; [email protected] Studie: AGA Clinical Practice Guideline on Fecal Microbiota–Based Therapies for Select Gastrointestinal Diseases Quelle: Gastroenterology 2024;166(3):409–434. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2024.01.008
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