Fallstudie: Ovarialkarzinom als Beckenabszess fehlinterpretiert28. April 2026 Symbolbild Ovarialkarzinom © W.O.W/stock.adobe.com Ein aktueller Fallbericht zeigt, wie ein muzinöses Ovarialkarzinom bei einer postmenopausalen Patientin zuerst als Beckenabszess interpretiert wurde, was Diagnose und Behandlung verzögerte. Leiter der Studie, die in Band 13 von „Oncoscience“ veröffentlicht wurde, waren Erstautorin Aparna Jarathi und Korrespondenzautor Ajay Kumar Kondeti vom All India Institute of Medical Sciences (AIIMS). Ein multidisziplinäres klinisches Team aus den Abteilungen für Gynäkologie, Onkologie und Pathologie war an der Studie beteiligt. In diesem Bericht beschreiben die Autoren einen diagnostisch anspruchsvollen Fall eines muzinösen Ovarialkarzinoms bei einer 73-jährigen postmenopausalen Frau, deren Erkrankung sich zunächst als vermeintlicher Beckenabszess präsentierte. Die Patientin litt unter anhaltenden Bauchschmerzen und postmenopausalen Blutungen. Bildgebende Verfahren deuteten zunächst auf einen gutartigen infektiösen Prozess hin, was zu einer konservativen Therapie führte. Anhaltende Symptome und die Entwicklung einer großen, komplexen Adnexmasse veranlassten jedoch weitere Untersuchungen. Die MRT-Bildgebung zeigte eine multilokuläre, solide-zystische Läsion, während die Tumormarker – darunter CA-125, CEA und HE4 – deutlich erhöht waren, was den Verdacht auf eine Malignität erhärtete. Die chirurgische Stadieneinteilung bestätigte schließlich ein muzinöses Adenokarzinom des Ovars im Stadium IC2. Dieser Fall verdeutlicht, wie sich ein muzinöses Ovarialkarzinom mit unspezifischen Symptomen und radiologischen Merkmalen präsentieren kann, die gutartigen Erkrankungen stark ähneln, insbesondere bei postmenopausalen Frauen, bei denen solche Malignome seltener erwartet werden. Diese Überlappung kann zu einer verzögerten Diagnose und möglicherweise zu einer suboptimalen Erstbehandlung führen. „Dieser Fall unterstreicht die diagnostische Herausforderung des muzinösen Ovarialkarzinoms bei postmenopausalen Frauen.“ Nach der definitiven chirurgischen Behandlung erholte sich die Patientin gut und absolvierte sechs Zyklen einer adjuvanten Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel. Trotz postoperativer Infektionskomplikationen ermöglichte ein adäquates Management die Fortsetzung der onkologischen Betreuung und einen günstigen kurzfristigen Verlauf. Dieser Fall unterstreicht die Bedeutung, bei der Beurteilung von Adnextumoren bei postmenopausalen Patientinnen stets ein hohes Maß an Aufmerksamkeit walten zu lassen. Die Integration von Bildgebungsbefunden mit der Tumormarkeranalyse und der interdisziplinären klinischen Expertise ist für eine zeitnahe Diagnose und eine wirksame Behandlung unerlässlich. Auch interessant zum Thema Ovarialkarzinom: Einfluss der Wartezeit bis zur Diagnose auf die Überlebensrate bei Eierstockkrebs KI-gestützte elektronische Nase erkennt Eierstockkrebs
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