Fitnessstudie: Warum Ausdauer Kindern psychisch guttut29. Juni 2026 Kinder, die sich viel bewegen, sind psychisch stabiler. (Foto: © Robert Kneschke – stock.adobe.com) Schlechte Laune, Ängste, innerer Rückzug: Immer mehr Kinder kämpfen mit psychischen Problemen. Das neue Fitnessbarometer aus Baden-Württemberg zeigt, was dagegen hilft – und was im Weg steht. Bewegung ist das beste Mittel gegen seelische Belastungen bei Kindern. Wer rennt, klettert und tobt, ist fröhlicher, schläft besser, streitet weniger und hält Frust leichter aus. Das zeigen bereits mehrere Studien. Die schlechte Nachricht: Viel zu viele Kinder bewegen sich laut dem jüngsten Fitnessbarometer der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg deutlich zu wenig. Die Untersuchung zeigt nach Angaben der Experten, dass es bei den Kindern zwischen drei und zehn Jahren vor allem an der Ausdauer und Beweglichkeit fehlt. Erstmals will das Barometer 2026 die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt rücken und mit wissenschaftlichen Studien wie der COPSY- und der MoMo-Untersuchung verbinden. Nach diesen leiden körperlich aktive Kinder deutlich seltener unter Ängsten, Stimmungstiefs oder sozialem Rückzug. Ausdauer bleibt Sorgenkind Doch ausgerechnet bei der Ausdauer hakt es bei den Jungen und Mädchen am meisten. Die Werte liegen noch immer weit unter dem Niveau vor der Pandemie und haben sich kaum erholt. So stagniert der Gesamt-Fitnessindex der getesteten Kinder in Baden-Württemberg bei 53,2 Punkten – deutlich unter den 57,0 Punkten, die vor der Pandemie als Referenz galten (2012 bis 2019), aber auch über dem bundesweiten Durchschnittswert von 50 Punkten. Eine echte Trendwende lässt noch auf sich warten. Studie: Bewegung stärkt Körper und Seele Das Fitnessbarometer messe zwar nicht die psychische Gesundheit von Kindern, sondern ihre motorische Leistungsfähigkeit, erklärte Claudia Niessner vom Karlsruher Institut für Technologie. „Diese ist aber ein zentraler Bestandteil gesunden Aufwachsens.“ Die Ergebnisse trügen dazu bei, die Bedeutung von Bewegung für die körperliche, psychische und soziale Entwicklung von Kindern sichtbar zu machen. Niessner hat das Barometer wissenschaftlich begleitet. Susanne Weimann, die Vorstandsvorsitzende der Kinderturnstiftung, fordert deshalb ein Umdenken: „Wenn wir über psychische Gesundheit von Kindern sprechen, müssen wir auch über Bewegung sprechen“, betont sie. Bewegung müsse raus aus der Nische des Schulfachs Sport und in den Alltag – Kita, Schulpause, Nachmittag im Park. „Wenn wir Kinder stärken wollen, müssen wir ihnen mehr Möglichkeiten für Bewegung, Spiel und Sport eröffnen“, erklärt Weimann. Mehr als 51.000 Tests seit 2012 Das Fitnessbarometer 2026 basiert nach Angaben der Anbieter auf insgesamt 51.707 Motoriktests, die seit 2012 erhoben wurden. Untersucht wird stets, wie die Kinder bei verschiedenen motorischen Tests abschneiden. Betrachtet wird etwa, wie schnell sie einen 20-Meter-Lauf absolvieren, wie ausdauernd sie einen Sechs-Minuten-Lauf durchhalten oder ob sie rückwärts balancieren und Liegestütze machen können. Kindergartenkinder absolvieren vier, Grundschulkinder acht Testaufgaben. An den Motorik-Tests nahmen im Jahr 2025 insgesamt 6432 Kinder an 325 Orten in Baden-Württemberg in Kitas, Grundschulen und Sportvereinen teil.
Mehr erfahren zu: "Morbus Crohn bei Kindern: Rolle der BIRC3-Defizienz aufgedeckt" Morbus Crohn bei Kindern: Rolle der BIRC3-Defizienz aufgedeckt Ein Team um den Münchner Mediziner Prof. Daniel Kotlarz hat eine bislang unbekannte genetische Ursache von Morbus Crohn identifiziert.
Mehr erfahren zu: "Kommunen: Mehr Geld oder GKV-Sparpaket verschieben" Kommunen: Mehr Geld oder GKV-Sparpaket verschieben Noch vor der Sommerpause sollen Milliarden-Einsparungen im Gesundheitswesen durch den Bundestag. Der Städte- und Gemeindebund fürchtet aber infolge des GKV-Sparpakets zusätzliche Belastungen.
Mehr erfahren zu: "Australien: Weniger Ei-Allergien nach Leitlinienempfehlung" Australien: Weniger Ei-Allergien nach Leitlinienempfehlung Die australischen Leitlinien empfehlen seit 2016, Hühnerei im ersten Lebensjahr in die Ernährung eines Kindes einzuführen. Das hat dazu geführt, dass die Zahl der Kinder mit Hühnereiweißallergie um 17 Prozent zurückgegangen […]