Frankfurter Suchtforscher Stöver in Beirat des „Health in Prisons Programme“ der WHO berufen26. August 2022 Suchtforscher Heino Stöver von der Frankfurt UAS wurde in den Beirat des „Health in Prisons Programme“ (HIPP) der WHO berufen. (Foto: © B. Bieber/Frankfurt UAS) Der Suchtforscher Prof. Heino Stöver ist in die Lenkungsgruppe der Weltgesundheitsorganisation WHO (Europe) für das Programm „Gesundheit im Strafvollzug“ (Health in Prisons Programme, HIPP) berufen worden. Der geschäftsführende Direktor des Frankfurter Institutes für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) wird somit künftig als Beiratsmitglied die WHO-Politik im Bereich Gesundheit und Gefängnis mitgestalten. „Für mich ist diese Berufung von enormer Bedeutung im Sinne einer Anerkennung und Wertschätzung meiner Arbeit auf diesem Gebiet“, so Stöver. Die Berufung erfolgt mit sofortiger Wirkung, die Arbeit in der Lenkungsgruppe läuft vorerst von 2023 bis 2025. Europa ist die einzige WHO-Region mit einem Programm „Gesundheit im Strafvollzug“; die WHO engagiert sich in diesem Bereich seit der Gründung des HIPP-Programms im Jahr 1995. Dessen Hauptzweck ist es, die Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen um eine verbesserte Gesundheitsversorgung in Gefängnissen zu unterstützen und die Verbindungen zwischen der Gesundheit in Gefängnissen und den öffentlichen Gesundheitssystemen auf allen Ebenen zu erleichtern, um so die öffentliche Gesundheit insgesamt zu verbessern. Die Lenkungsgruppe, in die Stöver seine Expertise einbringt, hat zur Aufgabe, einen Aktionsplan zu entwickeln, der das Arbeitsprogramm für einen Zweijahreszeitraum festlegt, und auch für dessen Umsetzung zu sorgen bzw. die Zusammenarbeit des Europäischen Netzwerks für Strafvollzug und Gesundheit zu koordinieren. Konkretes Ziel ist es beispielsweise, Gefängnisse zu ermutigen, einen umfassenden Beitrag zur Rehabilitation jedes Gefangenen zu leisten – insbesondere in Bezug auf Drogenabhängigkeit und psychische Gesundheitsprobleme – und so zur Reduzierung von Rückfällen beizutragen. Die Lenkungsgruppe möchte auch eine integrierte Arbeit zwischen öffentlichen Gesundheitssystemen, internationalen NGO (Nichtregierungsorganisationen) und Gefängnisgesundheitssystemen einrichten, um die öffentliche Gesundheit zu fördern und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern. Außerdem will die Gruppe Gefängnisse dazu ermutigen, bei der Erbringung von Dienstleistungen für Gefangene die weithin anerkannten internationalen Kodizes der Menschenrechte und der medizinischen Ethik einzuhalten. Ein weiteres Ziel ist die Verringerung der Exposition von Gefangenen gegenüber übertragbaren Krankheiten wie HIV, Hepatitis, COVID-19 oder Tuberkulose, um zu verhindern, dass Gefängnisse zu Infektionsherden werden. Zudem will die Lenkungsgruppe die Gesundheitsministerien dazu ermutigen, Gesundheitsdienste in Gefängnissen bereitzustellen und sich für gesunde Haftbedingungen einzusetzen. Stöver ist Diplom-Sozialwissenschaftler und Professor für sozialwissenschaftliche Suchtforschung am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS. Er leitet seit mehr als 20 Jahren das Institut für Suchtforschung Frankfurt am Main (ISFF). Sein Tätigkeitsschwerpunkt ist die sozialwissenschaftliche Suchtforschung. Am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit leitet er den Master-Studiengang Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe.
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