Frauen mit Fibromyalgie: Wer profitiert von TENS?21. Juli 2021 © javiindy – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Reaktion auf eine anfängliche 30-minütige transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) könnte als ein Vorhersagewert dienen, ob eine 1-monatige TENS-Heimanwendung bei Frauen mit Fibromyalgie eine Wirkung entfaltet. Zu diesem Schluss gelangte kürzlich eine amerikanische Studie im Fachjournal „Pain“. Basierend auf der Number Needed to Treat (NNT) und der Number Needed to Harm (NNH) erwies sich die TENS zudem als wirksam und sicher zur Behandlung von Schmerzen und Fatigue in dieser Patientinnengruppe. Das Team um Studienleiterin Prof. Kathleen Sluka von der University of Iowa, USA, führte eine Responder-Analyse unter Verwendung der Daten der im letzten Jahr in „Arthritis & Rheumatology“ publizierten Studie FAST (Fibromyalgia Activity Study with TENS) durch. Die Teilnehmerinnen dieser Studie wurden nach dem Zufallsprinzip 1 Monat lang einer aktiven TENS (2–125 Hz, höchste tolerierbare Intensität; n=103), einer Placebo-TENS (n=99) oder keiner TENS (n=99) zugewiesen. Am Ende der randomisierten Phase erhielten die Placebo-TENS- und No-TENS-Gruppen 1 Monat lang Active-TENS. Im Ergebnis zeigten die Forschenden der FAST-Studie, dass eine 1-monatige TENS bewegungsinduzierte Schmerzen und Erschöpfungszustände bei Frauen mit Fibromyalgie reduziert. Für die nun durchgeführte Responder-Analyse entwickelten Erstautorin Prof. Carol Vance und Kollegen anhand der Daten aus der randomisierten Phase für die Gruppe mit aktiver TENS ein Prädiktormodell und validierten dieses über die Daten der Gruppen mit Placebo-TENS und ohne TENS nach 1 Monat aktiver TENS (n=155). Sie untersuchten die Charakteristika der Teilnehmerinnen, das anfängliche Ansprechen der Schmerzen und Fatigue auf TENS, Schlaf, psychologische Faktoren und Funktion mithilfe eines logistischen Regressionsmodells auf einen Zusammenhang mit Veränderungen bei Schmerzen oder Fatigue. Als Prädiktoren für die klinische Verbesserung der Schmerzen stellten sich den Studiendaten zufolge das anfängliche Schmerzansprechen und der Index der weit verbreiteten Schmerzen heraus (AUC 0,80; 95%-KI 0,73–0,87). Prädiktoren für die klinische Verbesserung der Fatigue waren der Familienstand, Schlafstörungen und das anfängliche Ansprechen auf TENS (Fläche unter der Kurve [AUC] 0,67; 95%-KI 0,58–0,75). Die NNT für Schmerzen und Fatigue lag zwischen 3,3 und 5,3. Die NNH lag zwischen 20 und 100 für geringfügige TENS-bedingte unerwünschte Ereignisse, wie die Forschenden in ihrer Arbeit angeben. Fazit Die Reaktion auf eine anfängliche 30-minütige TENS könnte voraussagen, ob eine 1-monatige TENS-Heimanwendung bei Frauen mit Fibromyalgie eine Wirkung entfaltet. (ah) Autoren: Vance CGT et al. Korrespondenz: Kathleen A. Sluka; [email protected] Studie: Reduction in movement-evoked pain and fatigue during initial 30-minute transcutaneous electrical nerve stimulation treatment predicts transcutaneous electrical nerve stimulation responders in women with fibromyalgia Quelle: Pain 2021;162(5):1545–1555. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002144
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