Freiburger Kinder-Krebsärztin für Lebenswerk ausgezeichnet

Prof. Charlotte Niemeyer, Ärztliche Direktorin Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (Foto: Universitätsklinikum Freiburg)

Prof. Charlotte Niemeyer vom Universitätsklinikum Freiburg erhält denn renommierten Preis der European Hematology Association. Damit geht die Auszeichnung erstmals in die Kinderheilkunde.

Prof. Charlotte Niemeyer, Ärztliche Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Freiburg, ist von der European Hematology Association (EHA) für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Als erste Kinderärztin überhaupt und als dritte Deutsche erhielt sie den Jean Bernard Lifetime Achievement Award, der ihr auf dem EHA-Jahreskongress in Stockholm überreicht wurde. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Hämatologie.

Mit dem Preis wird insbesondere Niemeyers jahrzehntelanges Engagement gewürdigt, mit dem sie ein europäisches Netzwerk zur Erforschung von Knochenmarkserkrankungen mit aufgebaut hat. „Die Auszeichnung kam für mich völlig unerwartet. Ich fühle mich durch diese Preisverleihung sehr geehrte“, sagte Niemeyer.

Blutkrankheiten erforschen und behandeln

Die Onkologin widmet sich sowohl der Erforschung und Behandlung von Erkrankungen des Knochenmarks im Kindes- und Jugendalter. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der juvenilen myelomonozytären Leukämie, abgekürzt JMML, und dem myelodysplastischen Syndrom, kurz MDS. Betroffene Säuglinge und Kleinkinder mit JMML sind kritisch krank und sterben ohne Stammzelltransplantation innerhalb weniger Monate. Niemeyer und ihrem Team gelang es, eine Reihe genetischer und epigenetischer Ursachen zu finden und so die Diagnostik und Therapie dieser Leukämieformen deutlich zu verbessern. Derzeit führt sie eine international beachtete Zulassungsstudie zur JMML-Therapie.

Erfolgreiche Teamplayerin

Niemeyer ist außerdem Mitbegründerin und Vorsitzende des 1993 etablierten europäischen Forschungsnetzwerks EWOG-MDS. Das mittlerweile aus 19 Ländern bestehende Netzwerk fördert den Austausch zwischen Wissenschaftlern und praktizierenden Ärzten zu MDS und JMML, koordiniert klinische Studien und erstellt Info-Material für Betroffene. „Wir freuen uns sehr, dass die Arbeit von EWOG-MDS über die Jahre so erfolgreich war. Mittlerweile ist EWOG-MDS ein Markenzeichen für die Freiburger Kinderonkologie geworden“, sagte Niemeyer.