Frenulum-Delta als spezialisiertes Zentrum der sexuellen Empfindung des Penis23. Juli 2026 Wie wird der menschliche Penis eigentlich innerviert? Spanische Wissenschaftler haben genauer hingeschaut. Symbolbild: Tomasz Bidermann – stock.adobe.com Eine spanische Arbeitsgruppe hat ein umfassendes ontogenetisches Modell der bisher unzureichend charakterisierten Innervation des menschlichen Penis vorgelegt. Dabei hat sich das Frenulum-Delta als spezialisiertes Zentrum der sexuellen Empfindung herausgestellt. Alfonso Cepeda-Emiliani von der Abteilung für Morphologische Wissenschaften an der Fakultät für Medizin und Zahnmedizin der Universität Santiago de Compostela (Spanien) und Kollegen wollten mit ihrer Studie die Ontogenese, Organisation und immunhistologischen Merkmale der menschlichen Penisinnervation in fetalen und adulten Präparaten aufklären. Den Schwerpunkt legten sie auf das Frenulum-Delta, die sensorischen Körperchen und verwandten Strukturen, um bestehende Lücken im anatomischen Wissen zu schließen und fundiertes Wissen für die chirurgische Praxis zu liefern. Die Wissenschaftler untersuchten formalinfixierte, in Paraffin eingebettete Gewebeproben von Penispräparaten aus Feten (8–24 Wochen) und verstorbenen Körperspendern. Insgesamt analysierten sie 30 fetale und 14 adulte Präparate. Es kamen routinemäßige histologische Färbungen sowie immunhistochemische Marker zum Einsatz, die auf neuronale Strukturen abzielten. Serienschnitte wurden hinsichtlich ihrer Histologie, zur neuroanatomischen Kartierung, zur Charakterisierung sensorischer Körperchen sowie zur Bestimmung der neuronalen Dichte untersucht. Neuronale Entwicklung in zwei Phasen Die neuronale Entwicklung des Penis im Fetalstadium verlief in zwei Phasen: dem präkorpuskulären Stadium (8–16 Wochen), das durch axonale Hyperinnervation und eine ausgeprägte ventrale intraepitheliale Nervenfaserbildung gekennzeichnet war, und dem korpuskulären Stadium (17–24 Wochen), welcher durch das Auftreten von Vater-Pacini-Körperchen und eine gezielte neuronale Ausdünnung (Pruning) charakterisiert wurde. Die adulten Präparate zeigten regionspezifische neuronale Verteilungsmuster mit einer erhöhten Dichte im Bereich des Frenulum-Deltas. Intrakorporal wiesen die sensorischen Körperchen eine bimodale Verteilung innerhalb des Corpus spongiosum auf, wobei Vater-Pacini-Körperchen vor allem im Bulbus und in der Glans lokalisiert waren. Die Tunica dartos der Vorhaut sowie das Gefäßsystem zeigten eine dichte autonome Innervation. Zudem berichten Cepeda-Emiliani und Kollegen über die Identifikation einer oberflächlichen Tunica albuginea der Glans, was Implikationen für die neuronale Organisation mit sich bringe. Antworten auf langjährige Fragen „Diese Ergebnisse offenbaren bislang unerkannte Übergänge während der neuronalen Entwicklung des fetalen Penis bis ins Erwachsenenalter; sie schaffen damit eine Grundlage für die neuroentwicklungsbiologische Erforschung des menschlichen Penis und dokumentieren die einzigartige Innervation des Frenulum-Deltas“, fassen die Wissenschaftler zusammen. „Die Charakterisierung der neuronalen Komponenten des Penis sowie der Tunica albuginea der Glans beantworten langjährige anatomische und sexologische Fragestellungen. Unsere Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für aktuelle Debatten zur Peniszirkumzision und Neurotomie.“ (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Laktobazillen im Seminalplasma korrelieren mit günstigeren Spermienparametern Ältere Väter: Gemeinsame Veränderungen von DNA-Methylomen in Spermien und Plazenta nachgewiesen
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