Frühgeburt: Niedriger Blutzucker vor der Schwangerschaft mit höherem Risiko verbunden

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Eine aktuelle Studie aus China mit Daten von mehr als 4,7 Millionen Frauen ergab, dass Frauen mit niedrigem Blutzuckerspiegel vor der Empfängnis häufiger mit bestimmten ungünstigen Schwangerschaftsverläufen zu kämpfen hatten.

Bisherige Studien haben gezeigt, dass Frauen mit Hyperglykämie vor oder während der Schwangerschaft häufiger mit negativen Schwangerschaftsergebnissen konfrontiert sind, ebenso wie Frauen mit Hypoglykämie während der Schwangerschaft. Allerdings gibt es nur wenige Studien, die untersucht haben, ob eine vor der Schwangerschaft festgestellte Hypoglykämie bei Frauen ohne vorbestehenden Diabetes mit negativen Schwangerschaftsergebnissen einhergeht, erklären die Autoren einer neuen Studie.

Um dies zu klären, analysierte ein Forscherteam um Hanbin Wu von der Universität Hongkong, China, retrospektiv Daten von 4.866.919 chinesischen Frauen aus dem National Free Preconception Checkup Project, einem kostenlosen Gesundheitsdienst in China für Frauen mit Kinderwunsch. Anhand von Daten aus den Jahren 2013 bis 2016 analysierten sie die Zusammenhänge zwischen Hypoglykämie vor der Schwangerschaft und Schwangerschaftsergebnissen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „PLOS Medicine“ veröffentlicht.

BMI spielt eine Rolle

Insgesamt 239.128 der Frauen litten vor der Empfängnis an Hypoglykämie. Im Vergleich zu Frauen mit normalem Blutzucker vor der Empfängnis hatten sie ein höheres Risiko für bestimmte unerwünschte Schwangerschaftsausgänge wie Frühgeburten, niedriges Geburtsgewicht oder Geburtsfehler. Frauen mit Hypoglykämie waren tendenziell jünger als Frauen mit normalem Blutzuckerspiegel und hatten häufiger einen BMI in der Kategorie „Untergewicht“.

Allerdings variierten die mit einer Hypoglykämie vor der Empfängnis verbundenen negativen Schwangerschaftsrisiken bei Frauen mit unterschiedlichem BMI. So hatten untergewichtige Frauen beispielsweise ein höheres Risiko einer Fehlgeburt, während bei übergewichtigen Frauen das Risiko geringer war, dass ihr Neugeborenes für sein Schwangerschaftsalter zu groß war.

Weitere Forschungen empfohlen

„Unsere Ergebnisse legen nicht nur die Aufmerksamkeit auf Frauen mit präkonzeptioneller Hyperglykämie, sondern auch auf Frauen mit Hypoglykämie bei präkonzeptionellen Blutzucker-Screenings nahe. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung präkonzeptioneller Untersuchungen zur Prävention und Bewältigung reproduktiver Gesundheitsrisiken für alle Frauen mit Kinderwunsch. Sie unterstreichen zudem die Notwendigkeit umfassender Screenings und koordinierter Interventionen bei abnormalen Nüchternblutzuckerwerten (FPG) vor und während der Schwangerschaft. Dies ist entscheidend, um das Interventionsfenster zu erweitern und das Risiko negativer Schwangerschaftsausgänge zu minimieren“, schlussfolgern die Autoren.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse schlagen die Forscher vor, das Screening auf präkonzeptionelle Hypoglykämie auf sein Potenzial zur Verbesserung des Schwangerschaftsverlaufs zu untersuchen. Weitere Forschung könnte auch einige Einschränkungen dieser Studie beheben, beispielsweise durch die Einbeziehung von Frauen aus anderen Ländern und die Bereitstellung zusätzlicher Informationen zu Schwangerschaftskomplikationen bei Patientinnen.