G-BA bewertet neues Operationsverfahren bei Menorrhagie positiv24. Mai 2022 Foto: Alena/stock.adobe.com Eine Menorrhagie belastet viele Frauen körperlich wie psychisch sehr. Neben den bisherigen operativen Therapien steht für betroffene Frauen künftig eine weitere Alternative zur Verfügung: die Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode. Bei der Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode wird die gesamte Gebärmutterschleimhaut dauerhaft mit Hilfe von hochfrequentem Strom abgetragen. Die Familienplanung muss daher bei den Frauen abgeschlossen sein. Der medizinische Eingriff kann demnächst in Arztpraxen oder in komplizierteren Fällen auch weiterhin von Krankenhäusern angeboten werden. Die entsprechenden Voraussetzungen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seinen Richtlinien beschlossen. Ausgangspunkt für die Beratungen im G-BA über die Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode war ein Antrag eines Herstellers auf eine sogenannte Erprobung der Methode. Da die mit dem Antrag vorgelegten Studien jedoch den Schluss zuließen, dass eine Bewertung der Methode bereits ohne Erprobung möglich sei, konnte der G-BA direkt in die Nutzenbewertung einsteigen und hat damit das gesamte Verfahren stark verkürzt. Nutzenbewertung: Komplikationsärmere Behandlungsalternative Die zügige Entscheidung war möglich, da dem G-BA im Bewertungsverfahren insbesondere aussagekräftige Studien vorlagen, die einen Vergleich des neuen Verfahrens mit den bisher üblichen operativen Eingriffen in der ambulanten wie stationären Versorgung zuließen. Die in Deutschland üblicherweise angewendeten Verfahren sind aktuell in der vertragsärztlichen Versorgung die Schlingenresektion/Rollerballablation und in der Krankenhausbehandlung – zusätzlich zum gerade genannten Verfahren – die Ablation mit Heißwasserballon (auch als Ballonablation bezeichnet) sowie die nun vom G-BA bewertete Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode. Für die Hochfrequenzablation mittels Netzelektrode zeigten sich verschiedene relevante Vorteile für die Patientinnen. Je nach Vergleichsverfahren kam es beispielsweise zu reduzierten Schmerzen und Krämpfen oder zu einer verringerten Blutungsstärke. Im Vergleich zu anderen Ablationsverfahren ist die Hochfrequenzablation zudem die komplikationsärmere Alternative. Durch eine spezifische Messung beim Eingriff selbst wird die Stromabgabe automatisch beendet, wenn die optimale Menge an Schleimhautgewebe zerstört ist. So können ein Durchstoßen der Gebärmutterwand oder Risse im Gebärmutterhals reduziert werden.
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