Gastrointestinale Manifestationen von SARS-CoV-2-Infektionen19. April 2021 © Siam – stock.adobe.com Die durch eine SARS-CoV-2-Infektion verursachte COVID-19-Erkrankung manifestiert sich durch Fieber, respiratorische und gastrointestinale Symptome sowie Virus-RNA im Stuhl. Wissenschaftler aus Hongkong führten eine systematische Metaanalyse publizierter gastrointestinaler Symptome und Virusnachweise im Stuhl durch und untersuchten auch Daten von 59 Patienten mit COVID-19 in Hongkong, die ihre Diagnose im Februar 2020 erhalten hatten. PubMed, Embase, Cochrane und 3 chinesische Datenbanken wurden bis zum 11. März 2020 zur Prävalenz von allgemeinen und individuellen gastrointestinalen Symptomen (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen oder -beschwerden) analysiert. Von den 59 Patienten mit COVID-19 in Hongkong zeigten 15 Patienten (25,4%) gastrointestinale Symptome und 9 Patienten (15,3%) hatten Virus-RNA-positiven Stuhl. Bei 38,5% bzw. 8,7% der Patienten mit und ohne Durchfall konnte virale RNA im Stuhl nachgewiesen werden (p=0,02). Die mittlere fäkale Viruslast betrug 5,1 log10 Kopien/ml bei Patienten mit Durchfall im Vergleich zu 3,9 log10 Kopien/ml bei Patienten ohne Durchfall (p=0,06). In der Metaanalyse von 60 Studien mit 4243 Patienten betrug die gepoolte Prävalenz aller gastrointestinalen Symptome 17,6% (95%-KI 12,3–24,5). Insgesamt zeigten 11,8% der Patienten mit leichterer COVID-19-Erkrankung gastrointestinale Symptome (95%-KI 4,1–29,1) vs. 17,1% der Patienten mit einem schweren COVID-19-Verlauf (95%-KI 6,9–36,7). In der Metaanalyse betrug die gepoolte Prävalenz von Stuhlproben, die positiv auf Virus-RNA waren, 48,1% (95%-KI 38,3–57,9). Selbst Stuhlproben, die nach negativen respiratorischen Virustests entnommen wurden, waren zu 70,3% positiv für SARS-CoV-2-RNA (95%-KI 49,6–85,1). Fazit In der Metaanalyse wiesen 17,6% der Patienten mit COVID-19 gastrointestinale Symptome auf. Die Virus-RNA wurde in Stuhlproben von 48,1% der Patienten nachgewiesen, selbst in Stuhlproben, die nach negativen Testergebnissen der Atemwege entnommen wurden. Die Autoren empfehlen daher, dass das Gesundheitspersonal bei der Entnahme von Stuhlproben oder der Durchführung endoskopischer Verfahren auch während der Genesung von COVID-19-Patienten Vorsicht walten lassen sollte. (bi) Autoren: Cheung KS et al. Korrespondenz: Wai K. Leung; [email protected] Studie: Gastrointestinal Manifestations of SARS-CoV-2 Infection and Virus Load in Fecal Samples From a Hong Kong Cohort: Systematic Review and Meta-analysis Quelle: Gastroenterology 2020;159(1):81–95. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2020.03.065
Mehr erfahren zu: "Rettungsdienst-Kosten: NRW wirbt für umstrittene Lösung" Rettungsdienst-Kosten: NRW wirbt für umstrittene Lösung Seit Monaten streiten Kommunen und Krankenkassen um Kosten für den Rettungsdienst. Nun liegt eine Lösung auf dem Tisch, die den Kommunen überhaupt nicht passt. Das Land wirbt trotzdem um Zustimmung.
Mehr erfahren zu: "Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen" Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen Postmenopausale Frauen weisen unter einer Hormontherapie möglicherweise ein deutlich geringeres Risiko für Osteopenie und Osteoporose auf. Darauf deuten Daten einer retrospektiven Kohortenstudie hin, die auf der Jahrestagung der Endocrine Society […]
Mehr erfahren zu: "GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als Gefahr für die Universitätskliniken" GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als Gefahr für die Universitätskliniken Nicht nur der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) warnt vor den Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Universitätskliniken und vor finanziellen Lasten für die Länder. Auch ein Teil der Länder positioniert […]