Genscheren zeigen Potenzial bei seltener Immunkrankheit20. Mai 2026 Foto: © natali_mis – stock.adobe.com Forschende des Universitätsklinikums Freiburg weisen im Mausmodell einen grundsätzlichen Therapieansatz für erbliche Defekte im Immunsystem nach. Allerdings unterscheidet sich das Sicherheitsprofil der Genomeditierung je nach Methode und Zelltyp deutlich. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg haben im Labor gezeigt, dass sich ein erblicher Fehler im Immunsystem gezielt mithilfe von Genscheren verändern lässt. Im Mausmodell der Familiären hämophagozytischen Lymphohistiozytose Typ 3 (FHL3) stellte der Ansatz die Funktion wichtiger Abwehrzellen wieder her und schützte vor einer lebensgefährlichen Entzündungsreaktion. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Cell Stem Cell“ veröffentlicht. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Genomeditierung ein vielversprechender Ansatz für die Korrektur seltener erblicher Erkrankungen sein kann“, erklärte Prof. Toni Cathomen, Letztautor der Studie und Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie am Universitätsklinikum Freiburg. Genscheren korrigieren fehlerhafte Immunreaktion Bei der Familiären hämophagozytischen Lymphohistiozytose können bestimmte Abwehrzellen infizierte Körperzellen nicht mehr wirksam beseitigen. Dadurch kann das Immunsystem außer Kontrolle geraten. Mit einer Effizienz von 62 bis 89 Prozent stellte die Genomeditierung das Spleißen des Unc13d-Locus in Fibroblasten, T-Zellen und hämatopoetischen Stammzellen (HSCs) wieder her, rekonstituierte die zytotoxische T-Zell-Funktion und schützte die Mäuse nach der Transplantation editierter HSCs vor einer virusausgelösten Hyperinflammation. Sicherheit muss genau zum Verfahren passen Zugleich verglich das Team verschiedene Verfahren der Genomeditierung in unterschiedlichen Zelltypen. Dabei zeigte sich, dass sich unerwünschte Veränderungen im Erbgut je nach Methode und Zelltyp deutlich unterscheiden. Für die Entwicklung neuer Therapien ist dies den Forschenden zufolge eine zentrale Erkenntnis. „Die Sicherheit von Verfahren zur Genomeditierung muss immer im konkreten klinischen Zusammenhang bewertet werden“, betonte Cathomen.
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