Geringeres Frakturrisiko für ältere Rollstuhlfahrer9. März 2023 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Studie der Universität Göteborg in Schweden zeigt, dass gebrechliche ältere Menschen, die einen Rollstuhl benutzen, ein wesentlich geringeres Risiko für Knochenbrüche haben. Dies könnte dazu führen, dass mehr Rezepte für Rollstühle ausgestellt werden. Rollstuhlfahren bedeutet oft, viele Stunden in derselben sitzenden Position zu verbringen, ohne die Beine zu belasten, was zu einer Verschlechterung der Funktion und einem Verlust an Knochenmasse führen kann. Dies wiederum macht das Skelett brüchiger und birgt ein höheres Risiko für Knochenbrüche. Die Benutzung von Rollstühlen gilt daher als Risikofaktor für Knochenbrüche. Die aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht wurde, zeigt jedoch, dass die Nutzung eines Rollstuhls nicht als Risikofaktor für Frakturen in der Gruppe der älteren gebrechlichen Menschen angesehen werden sollte. Vielmehr erlitten die Rollstuhlfahrer in der Studie am seltensten Frakturen. Mit 55.442 Rollstuhlfahrern in Schweden und einem Durchschnittsalter von 83 Jahren handelt es sich um die bisher größte Studie in diesem Forschungsbereich. Sechs von zehn Teilnehmer waren Frauen. Die Personen in der ambulanten Vergleichsgruppe waren mit oder ohne technische Hilfsmittel gehfähig. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug etwa zwei Jahre. Signifikant geringeres Frakturrisiko Die Rollstuhlfahrer erlitten 4.148 Frakturen, weniger als die Hälfte der 10.344 Frakturen der Kontrollgruppe. Genauer gesagt, war das allgemeine Frakturrisiko der Kontrollgruppe 2,3-mal so hoch wie das der Rollstuhlfahrer. Bei osteoporotischen und Hüftfrakturen waren die Unterschiede zwischen den Gruppen noch deutlicher: Bei den Rollstuhlfahrern gab es weniger als ein Drittel so viele Frakturen, und ihr Risiko für verletzende Stürze war weniger als halb so hoch wie bei den ambulanten Kontrollpersonen. Wichtige Überlegung Mattias Lorentzon, Professor für Geriatrie an der Sahlgrenska-Akademie der Universität und Chefarzt am Sahlgrenska-Universitätskrankenhaus, ist der leitende und korrespondierende Autor der Studie. „Was wir gezeigt haben, ist der Zusammenhang zwischen der Nutzung eines Rollstuhls und einem massiv verringerten Frakturrisiko bei gebrechlichen älteren Menschen, unabhängig von den möglichen Gründen für die Nutzung des Rollstuhls. Da Frakturen – insbesondere der Hüfte – enormes Leid verursachen und enorme Ressourcen im Gesundheitswesen beanspruchen, sind diese Ergebnisse von großer Bedeutung”, stellt er fest. Literatur Axelsson KF et al. Comparison of Fractures Among Older Adults Who Are Ambulatory vs Those Who Use Wheelchairs in Sweden. JAMA Netw Open 2023 Feb 1;6(2):e2255645. https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2022.55645 Quelle: Schwedischer Forschungsrat – The Swedish Research Council, 14.02.2023
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