Gesetzespläne verschärfen erneut Terminprobleme in den Facharztpraxen11. Juni 2021 ©Angela Rohde – Adobe Stock Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) begrüßt ausdrücklich die Kritik des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFa) am Entwurf für das Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG). Insbesondere warnt der BVDD vor einer erneuten Zuspitzung bei der Terminsituation in den Facharztpraxen. Nach Ansicht des BVDD hat die Ausbudgetierung von Leistungen fürNeupatienten und Patienten in offenen Sprechstunden einen erstenpositiven Schritt in Richtung Einzelleistungsvergütung markiert und dasTerminproblem in den Hautarztpraxen entschärft. Diese Entwicklungstartete mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Zunächstwurde die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) um dieextrabudgetierten Leistungen bereinigt. Diese Bereinigung endete imSeptember 2020 – soll nun aber nach den Plänen der Regierungsfraktionenerneut eingeführt werden, um pandemiebedingte Verwerfungen für dieKrankenkassen zu kompensieren.„Natürlich ist es durch die Pandemie zu Verwerfungen und lokalenUngleichgewichtungen gekommen. Eine pauschale bundesweiteBereinigung würde aber das Kind mit dem Bade ausschütten und denursprünglichen Zielen des TSVG einen Bärendienst erweisen“, warnt Dr. Uwe Schwichtenberg, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im BVDDVorstand. „Vor dem Hintergrund, dass bereits heute viele Praxen keinen Nachfolger mehr finden, sind gesetzliche Maßnahmen, die dasTerminproblem in Facharztpraxen erneut verschärfen, grundsätzlichabzulehnen“, so Dr. Schwichtenberg weiter. Gleichzeitig lässt der Entwurfdes GVWG keine Verbesserungen für die Versorgung chronisch krankerPatienten wie beispielsweise Menschen mit Schuppenflechte oderNeurodermitis erkennen. „Damit verkommen die Pläne für eine erneuteBereinigung zu einer reinen Kostendämpfungsmaßnahme auf dem Rückender niedergelassenen Fachärzte“, betont Dr. Schwichtenberg.Über den Berufsverband der Deutschen Dermatologen Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) ist der Zusammenschluss der in Deutschland niedergelassenen Hautärztinnen und Hautärzte zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen. Der BVDD hat 3.700 Mitglieder und setzt sich aktiv für verbesserte Rahmenbedingungen zur Versorgung hautkranker Menschen ein, fördert den Nachwuchs in der Dermatologie und beteiligt sich an den großen gesundheitspolitischen Diskussionen rund um Versorgungsinnovationen, medizinischen Fortschritt und neue Technologien. Zu den klassischen Aufgaben des BVDD gehören zudem Schulungen und Weiterbildungen für seine Mitglieder.
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