Gestörtes Darmmikrobiom: Ursache für Gewichtszunahme bei Brustkrebspatientinnen unter Chemotherapie21. Juli 2023 Abbildung: © sdecoret/stock.adobe.com Die Autoren einer neuen Studie haben einen Zusammenhang zwischen durch eine Chemotherapie verursachten Veränderungen des Darmmikrobioms und einer ungesunden Gewichtszunahme bei Brustkrebspatientinnen entdeckt. Die Wissenschaftler zeigen mit diesen neuen Forschungsergebnissen einen Weg auf, wie Brustkrebsüberlebenden dabei geholfen werden könnte, später in ihrem Leben Erkrankungen, die im Zusammenhang mit einer Adipositas stehen, zu vermeiden. In ihrer kürzlich veröffentlichten Studie stellte die Arbeitsgruppe von der University of Alberta (Kanada) fest, dass die mit Chemotherapie behandelten Patientinnen Muskelmasse verloren, das aber das Volumen von abdominalem Fettgewebe zunahm. Dieses wird mit Herzerkrankungen, Diabetes und sogar mit Krebsrezidiven in Verbindung gebracht. Die mit Chemotherapie behandelten Patientinnen zeigten außerdem Anzeichen einer Entzündung und deutliche Veränderungen in der Anzahl und Vielfalt der Bakterien in ihrem Darm. „Veränderungen der Bakterienpopulationen im Darm korrelieren direkt mit einer ungesunden Gewichtszunahme und einer erhöhten Körperfettzusammensetzung bei Brustkrebspatientinnen, die mit Chemotherapie behandelt wurden“, verdeutlicht Prof. John Walker vom Cross Cancer Institute, der die Studie gemeinsam mit Prof. Gane Ka-Shu Wong. Adipositas wird mit einer Reihe von Krebsarten in Verbindung gebracht, darunter auch Brustkrebs. Onkologen beobachten seit Langem, dass eine Krebstherapie die Fettleibigkeit zu verschlimmern scheint: Während viele Menschen nach einer Krebsdiagnose an Gewicht verlieren, ist der Trend bei Brustkrebspatientinnen, die sich einer Chemotherapie unterziehen, jedoch umgekehrt. Studien haben gezeigt, dass 50 Prozent der Brustkrebspatientinnen vor der Diagnose übergewichtig oder adipös sind und dass diese Rate nach der Behandlung auf 67 Prozent ansteigt. Veränderungen der Ernährung oder des Bewegungsverhaltens während der Behandlung seien einfach nicht signifikant genug, um diesen Unterschied zu erklären, da sie alle Patienten betreffen, die wegen Krebs behandelt werden, sagt Walker. „Menschen sind während und nach der Chemotherapie tendenziell etwas weniger aktiv, neigen aber auch dazu, ihre Kalorienaufnahme deutlich zu reduzieren“, sagt er. „Diese Modulation des Darmmikrobioms für Brustkrebspatientinnen, die eine Chemotherapie erhalten, hat etwas Einzigartiges.“ Er weist darauf hin, dass es nicht verwunderlich ist, dass Chemotherapeutika eine bakterientötende Wirkung haben, da einige von Antibiotika abgeleitet sind und alle über die Leber und dann den Darm verstoffwechselt werden.
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