Gesundheit im Alter offenbar eine Lebensaufgabe22. Oktober 2019 Mäuse werden durch eine Ernährungsumstellung gesünder, wenn sie früh im Leben damit anfangen und bis ins hohe Alter so ernährt werden. Foto: © Lisa F. Drews für das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns Ernährungsumstellung im Alter macht Mäuse nicht mehr gesünder. Wenig Essen hilft sowohl bei Tieren als auch Menschen, die Gesundheit im Alter zu verbessern und kann die Lebenszeit verlängern. Wann aber muss man seine Ernährung umstellen, um davon im Alter zu profitieren? Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, vom Exzellenzcluster für Alternsforschung der Universität zu Köln, vom Babraham Institute in Cambridge und vom UCL haben nun in einer Studie in der Fachzeitschrift „Nature Metabolism“ gezeigt, dass Mäuse nur gesünder durch eine Ernährungsumstellung werden, wenn sie früh damit anfangen und bis ins hohe Alter so ernährt werden. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass gesunde Verhaltensweisen früher im Leben etabliert werden müssen, um die Gesundheit im Alter zu verbessern und die Lebenszeit zu verlängern. Wie bleibt man im Alter möglichst lange fit und gesund? Alternsforscher haben darauf eine einfache Antwort: wenig und gesund essen. Aber wann muss man damit anfangen und reicht es, auch wenn man das nur eine kurze Zeit durchhält? Forschende um Linda Partridge, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns haben junge und alte Mäuse auf Diät gesetzt – mit unterschiedlichem Erfolg. Keine Effekte durch reduzierte Nahrungsaufnahme im Alter Mäuse leben länger und sind im Alter gesünder, wenn sie mit Eintritt in das Erwachsenenalter im Alter von drei Monaten 40 Prozent weniger zu essen bekommen als Artgenossen, die nach Belieben essen dürfen. Dabei bekommen die Mäuse Futter, das mit Vitaminen und Mineralien angereichert ist, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Fangen die Mäuse allerdings erst im Seniorenalter mit der reduzierten Nahrungszufuhr an, bleibt die Lebenserwartung weitgehend gleich. Andererseits haben Mäuse, wenn sie nach einer Zeit der reduzierten Nahrungsaufnahme wieder nach Belieben viel Essen dürfen, keinen Langzeitschutz, sondern müssen sich weiterhin gesund ernähren. Mäuse müssen also früh mit der Nahrungsreduktion anfangen und bis zum Lebensende so ernährt werden, damit positive Effekte auf die Gesundheit im Alter zu beobachten sind. „Man sollte sich frühzeitig überlegen, wie man sich ernährt. Es bringt eventuell später im Alter nicht mehr so viel, die Ernährung umzustellen. Die Gesundheit im Alter ist eine lebenslange Aufgabe“, erklärt Linda Partridge vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns und UCL. Gedächtnis-Effekt im Fettgewebe Aber warum reagieren ältere Mäuse nicht mehr auf die Nahrungsumstellung? Dafür untersuchte Oliver Hahn, Erstautor der Studie und Doktorand in der Abteilung Partridge, die Genaktivität in verschiedenen Organen. Während sich zum Beispiel die Genaktivität in der Leber schnell an die neue Diät angepasst hat, beobachteten die Wissenschaftler im Fettgewebe der älteren Tiere eine Art Gedächtnis-Effekt, bei dem sich die Genaktivität nicht mehr an die veränderte Ernährung anpassen kann. Die Mäuse verlieren zwar an Gewicht, die Aktivität der Gene im Fettgewebe gleicht aber der von Tieren, die weiterhin soviel essen dürfen wie sie wollen. Außerdem ändert sich die Fettzusammensetzung bei alten Mäusen nicht mehr so stark. Dieser Gedächtniseffekt betrifft vor allem die Mitochondrien, die eine wichtige Rolle im Alterungsprozess spielen. Bei der reduzierten Nahrungsaufnahme werden die Mitochondrien vermehrt im Fettgewebe gebildet, allerdings nicht mehr, wenn man damit erst spät im Leben beginnt. Diese Unfähigkeit, sich auf genetischer und metabolischer Ebene anzupassen, kann zur Verkürzung der Lebensdauer dieser Tiere beitragen. Michael Wakelam, Co-Autor und Direktor des Babraham-Instituts, kommentiert: “Die Integration von Daten über Fettstoffwechsel und Stoffwechselwege mit dem Wissen über gewebespezifische Genexpression bei Mäusen unterschiedlichen Alters und Ernährungsgewohnheiten zu kombinieren, hat es uns ermöglicht, die Bedeutung eines Ernährungsgedächtnisses für ein gesundes Altern deutlich zu machen.“ Publikation: Oliver Hahn, Lisa F. Drews, An Nguyen, Takashi Tatsuta, Lisonia Gkioni, Oliver Hendrich, Qifeng Zhang, Thomas Langer, Scott Pletcher, Michael J. O. Wakelam, Andreas Beyer, Sebastian Grönke, Linda Partridge. A nutritional memory effect counteracts benefits of dietary restriction in old mice. Nature Metabolism, 21. Oktober 2019
Mehr erfahren zu: "CKM-Syndrom: Starker Anstieg des hs-CRP-Werts bereits im Frühstadium" CKM-Syndrom: Starker Anstieg des hs-CRP-Werts bereits im Frühstadium US-amerikanische Daten deuten an, dass sich das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) bereits in Stadium 1 des kardiovaskulär-renalen-metabolischen (CKM-)Syndroms nahezu verdoppelt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention von Herz-Kreislauf- […]
Mehr erfahren zu: "Volkskrankheit Fettleber: Verbände fordern nationales Maßnahmenpaket" Volkskrankheit Fettleber: Verbände fordern nationales Maßnahmenpaket In einem gemeinsamen Strategiepapier schlagen Verbände aus der Gastroenterologie, Diabetologie und Kardiologie konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Volkskrankheit Fettleber vor.
Mehr erfahren zu: "Notfallreform: GRC begrüßt gesetzliche Verankerung lebensrettender Maßnahmen" Notfallreform: GRC begrüßt gesetzliche Verankerung lebensrettender Maßnahmen Ob Telefonreanimation, App-basierte Ersthelfende-Systeme oder ein bundesweites AED-Kataster: Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) sieht in der jüngst beschlossenen Notfallreform einen echten Mehrwert für die Hilfe bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand.