„Gewitter-Asthma“ als Allergen-induziert frühes asthmatisches Ansprechen23. Mai 2018 © trendobjects – fotolia.com Die Daten einer aktuellen Studie zum „Gewitter-Asthma“ stützen die Hypothese, dass betroffene Personen ein durch Allergene hervorgerufenes frühes asthmatisches Ansprechen (early asthmatic response [EAR]) zeigen, bei dem es sich hauptsächlich um akute bronchokonstriktive Ereignisse handelt. Merkmale, die für diese Auffassung sprechen, sind der hohe Grad von Graspollen-Allergie, die hohe Allergenexposition, die Prävalenz einer (wahrscheinlichen) moderaten und unbehandelten Hyperreagibilität der Atemwege, das kurze Intervall zwischen Exposition und Präsentation sowie die offensichtlich (durchschnittliche) relativ rasche Remission. Die Studienautoren sind der Meinung, dass akute EAR anderweitig relativ selten zur Erklärung von Asthmaexazerbationen dienen, die einer notfallmäßigen Behandlung bedürfen. Dies sei eher von mechanistischer als klinischer Relevanz, betonen sie. Die Akuttherapie solcher Patienten sollte davon nicht beeinflusst werden, da die Betroffenen eines Bronchodilatators gegen die (vorherrschende) Bronchokonstriktion und Corticosteroide zur Behandlung oder Vermeidung nachfolgender später asthmatischer Reaktionen (late asthmatic response [LAR]) bedürfen. Letzteres, so unterstreichen die Autoren, sei von besonderer Wichtigkeit: Es bestehe die Möglichkeiten, dass Patienten, die sich sehr schnell erholen, unberechtigterweise keine Corticosteroide erhalten, weil dies als nicht notwendig erachtet wird. Die Ergebnisse ihrer Studie deuten auch darauf hin, dass Patienten mit einem nur (sehr) leichten Asthma im Falle eines „Gewitter-Asthmas“ umgehend einer entsprechenden Therapie zugeführt werden müssen. Außerdem sollte man solch hochsensiblen Personen raten, sich im Falle schwerer Gewitter präventiv drinnen aufzuhalten und die Fenster dabei geschlossen zu halten. Ein gehäuftes Auftreten von „Gewitter-Asthma“ sei bislang aus Australien (n=6) und Großbritannien (n=3) bekannt. Von nur einer Häufung solcher Fälle wisse man bisher aus den USA. Ein solches „epidemisches“ Auftreten sei charakterisiert durch eine große Zahl von Patienten, die sich innerhalb kurzer Zeit während oder kurz nach einem Gewitter mit akutem Asthma in der Notfallversorgung vorstellen, schreiben die Studienautoren. Man gehe von einer 5- bis 10-mal höheren Zahl von Asthmakontakten aus. Fazit Die Daten unterstützen die Hypothese, dass Personen, die von Gewitter-Asthma betroffen sind, Allergen-induzierte EARs (primär akute bronchokonstriktive Ereignisse) aufweisen. Autoren: Cockcroft DW et al. Korrespondenz: Dr. Donald W. Cockcroft, Royal University Hospital, 103 Hospital Drive, Saskatoon, SK S7N0W8, Kanada; [email protected] Studie: Thunderstorm asthma: An allergen-induced early asthmatic response Quelle: Ann Allergy Asthma Immunol 2018;120(2):120–123. Web: www.annallergy.org
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