Grippeimpfung nach Myokardinfarkt reduziert Risiken für Folgeereignisse

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Bisherige Beobachtungsstudien und kleine randomisierte Studien legen nahe, dass eine Grippeimpfung zukünftige kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen reduzieren kann. Prof. Ole Fröbert von der Universität Örebro (Schweden) und sein Team führten zur Klärung daher kürzlich eine von Prüfärzten initiierte, randomisierte, doppelblinde Studie durch.

Sie fanden heraus, dass eine Influenza-Impfung, die früh nach einem Myokardinfarkt (MI) oder bei einer stabilen koronaren Herzkrankheit (KHK) mit hohem Risiko erfolgte, nach 12 Monaten im Vergleich zu Placebo zu einem geringeren Risiko einer Kombination aus Gesamttod, MI oder Stentthrombose und auch Gesamttod und kardiovaskulärem Tod führte.

Die Forschenden verglichen die Wirkung von einem inaktivierten Influenza-Impfstoff mit der einer Kochsalzlösung (Placebo). Die Gabe erfolgte entweder kurz nach einem MI (bei 99,7% der Patienten) oder einer stabilen KHK mit hohem Risiko (0,3%). Der primäre Endpunkt der Studie war die Kombination aus Gesamttod, MI oder Stentthrombose nach 12 Monaten. Für die wichtigsten sekundären Endpunkte wurde eine hierarchische Teststrategie verwendet: Gesamttod, kardiovaskulärer Tod, MI und Stentthrombose.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie empfahl das Datensicherheits- und Überwachungsgremium, die Studie zu stoppen, obwohl die zuvor vorgegebene Stichprobengröße noch nicht erreicht worden war. Zwischen 2016 und 2020 randomisierten die Forschenden 2571 Teilnehmer in 30 Zentren und 8 Ländern. Die Zahl der Teilnehmer, die einem Influenza-Impfstoff zugeteilt wurden, betrug 1290 und 1281 Personen erhielten das Placebo. Von diesen erhielten insgesamt 2532 eine „Impfung“ (1272 mit Influenza-Impfstoff und 1260 mit Placebo) und wurden in die modifizierte Intention-to-treat-Analyse aufgenommen.

Während der 12-monatigen Nachbeobachtungszeit trat der primäre Endpunkt bei 67 Teilnehmern (5,3%) mit Influenza-Impfstoff und 91 Teilnehmern (7,2%) mit Placebo auf (HR 0,72; 95%-KI 0,52–0,99; p=0,040). Für die Impfstoff- bzw. Placebo-Gruppen betrugen die Gesamttodesraten 2,9% und 4,9% (HR 0,59; 95%-KI 0,39–0,89; p=0,010), die Raten für kardiovaskuläre Todesfälle 2,7% und 4,5% (HR 0,59; 95%-KI 0,39–0,90; p=0,014) und die MI-Raten 2,0% und 2,4% (HR 0,86; 95%-KI 0,50–1,46; p=0,57).

Fazit
Eine Influenza-Impfung, die früh nach einem MI oder bei einer stabilen KHK mit hohem Risiko erfolgte, führte nach 12 Monaten im Vergleich zu Placebo zu einem geringeren Risiko einer Kombination aus Gesamttod, MI oder Stentthrombose und auch Gesamttod und kardiovaskulärem Tod. (sh)

Autoren: Fröbert O et al.
Korrespondenz: Ole Frobert; [email protected]
Studie: Influenza Vaccination After Myocardial Infarction: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Multicenter Trial
Quelle: Circulation 2021;144(18):1476–1484.
Web: https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.121.057042