Große COVID-Untersuchung in Würzburger Bevölkerung13. Juli 2020 Die STAAB-Studienteilnehmer werden im DZHI innerhalb der nächsten zwei Jahre in regelmäßigen Abständen auf eine Corona-Infektion sowie auf SARS-CoV-2 Antikörper getestet. (Foto: © Kirstin Linkamp/DZHI) Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst fördert mit 1,5 Millionen Euro das STAAB-COVID-Programm am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI). Das Programm bietet mit seiner bereits eingehend typisierten Würzburger Kohorte die einzigartige Möglichkeit, kurz- und langfristig und mit höchster Qualität eine Reihe von hochrelevanten Fragen zu beantworten. Damit rundet die Studie das Forschungsprogramm zu COVID-19 in Bayern entscheidend ab. Die Studienteilnehmer werden innerhalb der nächsten zwei Jahre auf eine SARS-CoV-2-Infektion sowie auf entsprechende Antikörper getestet. Wie ist die tatsächliche Verbreitung des Coronavirus in Würzburg? Wer ist bereits immun? Und wie wirkt sich die Corona-Pandemie mit und ohne eine Infektion auf Körper, Geist und Seele aus? Patienten mit Herzkrankheiten sind besonders durch das Virus gefährdet. In der STAAB-Studie sucht das DZHI seit sieben Jahren nach Vorstufen einer Herzinsuffizienz und jetzt auch nach Coronavirus und Antikörpern, um diese Fragen zu beantworten. Mit Unterstützung der Stadt Würzburg und Oberbürgermeister Christian Schuchardt wurden 5000 Würzburger zu umfassenden Untersuchungen eingeladen. Diese Gruppe ist laut den Projektleitern Prof. Stefan Störk und Prof. Peter U. Heuschmann einmalig, weil mit ihrer Hilfe herausgefunden werden kann, welche Risikofaktoren eine COVID-Infektion begünstigen und zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. „Das Würzburger STAAB-Programm bietet für Bayern die einzigartige Möglichkeit, sehr schnell und mit hoher Verlässlichkeit entscheidende Informationen zum Verbreitungsgrad, dem Grad der Antikörperprävalenz und den psycho-sozialen und medizinischen Auswirkungen zu erhalten“, kommentiert Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler. „Es wird helfen, besondere Risikogruppen in der Bevölkerung zu identifizieren und zu schützen“. 23 Milliliter Blut, eine unterschriebene Einverständniserklärung zur Teilnahme an der Studie und ein ausgefüllter Fragebogen zu veränderten Lebensgewohnheiten und Auswirkungen von Sozialer Distanzierung während der Corona-Krise – das beinhaltet die erste Untersuchung, die ab sofort bis Mitte September läuft. Die ersten Ergebnisse zur Durchseuchung und dem Anteil in der Bevölkerung, der bereits Antikörper gebildet hat, werden schon im September erwartet. Weitere Untersuchungen sind geplant. „Auch die detaillierten Beschreibungen der Auswirkungen von Sozialer Distanzierung sind wichtige Informationen für die Gesundheitspolitik“, erklärt Heuschmann, Leiter des Instituts für Klinische Epidemiologie (IKE-B). Nach der Basisuntersuchung ist ein Rachenabstrich geplant, den jeder Studienteilnehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt selbst vornimmt. „Dieser punktuelle Rachenabstrich erlaubt eine unmittelbare Momentaufnahme der Würzburger Bevölkerung“, sagt Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie der Herzinsuffizienz am DZHI, und fügt hinzu: „Unsere Datensätze werden so erhoben, dass ein direkter Vergleich zwischen andere Regionen in Deutschland möglich ist, in denen vergleichbare Studien durchgeführt werden.“ Und welchen persönlichen Nutzen haben die Probanden bei einer Studienteilnahme? Prof. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des UKW, antwortet: „Die Studienteilnehmer erfahren zum Beispiel kostenfrei, ob sie durch Antikörper geschützt sind. Und wiederholte Tests können uns helfen eine zweite Welle der Pandemie vorherzusagen und auch die Region darauf vorzubereiten.“
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