Häufiges Vorbeugen am Arbeitsplatz mit erhöhtem Risiko für Fehlgeburten assoziiert

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Eine große Studie mit mehr als 470.000 dänischen Frauen, die online in der Fachzeitschrift „Occupational & Environmental Medicine“ veröffentlicht wurde, findet Assoziationen zwischen häufigem Vorbeugen und – in geringerem Maße – Gehen am Arbeitsplatz und einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten.

Fehlgeburten sind relativ häufig und betreffen etwa 15 Prozent der Frauen. Zu den Risikofaktoren zählen das Alter der Eltern, Rauchen, Nachtarbeit sowie die Belastung durch Luftverschmutzung und verschiedene chemische Verbindungen, wie die Forscher anmerken.

Es gibt Hinweise darauf, dass auch Stehen, Gehen und Vorbeugen am Arbeitsplatz das Risiko erhöhen könnten, doch die bisherigen Ergebnisse waren nicht eindeutig. Angesichts der Tatsache, dass in Europa fast 70 Prozent der Frauen berufstätig sind, wurden zudem Fragen zur Sicherheit körperlicher Aktivität am Arbeitsplatz während der Schwangerschaft aufgeworfen, fügen die Autoren hinzu.

Um diesen Fragen nachzugehen, werteten die Forscher Daten aus einem großen nationalen Register aus, das Informationen zu den Schwangerschaften von in Dänemark lebenden berufstätigen Frauen im Zeitraum von 1977 bis 2018 enthielt. Sie konzentrierten sich dabei auf 475.312 Frauen, die zwischen Januar 2004 und Dezember 2018 insgesamt 803.829 Schwangerschaften durchliefen.

Nutzung einer optimierten Job-Exposure-Matrix

Die Forscher nutzten eine verbesserte, schwangerschaftsspezifische Job-Exposure-Matrix zur Erfassung beruflicher Belastungen. Dieses kombinierte Daten von Aktivitätstrackern mit Expertenbewertungen hinsichtlich der Zeit, die mit Stehen, Gehen und Vorbeugen (in einem Winkel von 30 Grad oder mehr) verbracht wurde.

Etwas mehr als eine von zehn Schwangerschaften (81.307) endete in einer Fehlgeburt. Diese Rate liegt unter der üblichen Prävalenz; dies könnte daran liegen, dass die Daten aus Krankenhausregistern stammten, während viele frühe Fehlgeburten zu Hause behandelt und nicht in den Krankenhausdaten erfasst werden, so die Forscher.

Die Analyse der Ergebnisse ergab, dass Stehen, Gehen und Vorbeugen jeweils mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten assoziiert waren, wobei der Zusammenhang für Vorbeugen am deutlichsten und konsistentesten ausgeprägt war. Jede weitere Stunde, in der eine Frau nach vorne gebeugt arbeitete – insbesondere in einem Winkel von 30 Grad –, war mit einem um 36 Prozent erhöhten Risiko verbunden; für jede weitere Stunde Gehen oder Stehen lag das Risiko um 18 Prozent bzw. 3 Prozent höher. Weitere Analysen zeigten nur für das Vorwärtsbeugen einen konsistenten Dosis-Wirkungs-Zusammenhang. Auffällig war in einigen Analysen außerdem, dass das Risiko bei Frauen mit dokumentierter Arbeitsabwesenheit in der Vorwoche höher ausfiel. Die Autoren interpretieren dies jedoch nicht als Effekt der Abwesenheit selbst, sondern als Hinweis auf zugrunde liegende gesundheitliche Belastungen.

Limitationen der Studie

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich keine eindeutigen Schlussfolgerungen hinsichtlich von Ursache und Wirkung ziehen. Die Forschenden räumen zudem ein, dass ihnen keine individuellen Daten zum Rauchen während der Schwangerschaft vorlagen und sie Faktoren wie das Heben von Lasten – was die beobachteten Zusammenhänge teilweise erklären könnte – sowie Schichtarbeit oder chemische Belastungen nicht berücksichtigen konnten. Zudem weisen sie darauf hin, dass langes Vorwärtsbeugen in den meisten Berufen eher selten vorkommt; daher dürfte die Gesamtauswirkung trotz der höheren Risikoschätzungen begrenzt sein.

Sie betonen, dass weitere Studien erforderlich sind, die potenziell einflussreiche Faktoren einbeziehen, um die Ergebnisse zu bestätigen. Dennoch legen sie nahe: „Auch wenn die Mechanismen noch nicht vollständig geklärt sind, könnten diese berufsbedingten Belastungen die Durchblutung der Plazenta oder die hormonelle Regulation auf eine Weise beeinflussen, die das Risiko einer Fehlgeburt erhöht.“

Sie merken zudem an, dass es in Dänemark derzeit keine offiziellen Richtlinien gibt, die das Stehen oder Gehen am Arbeitsplatz in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten regeln, und auch keine Vorgaben zum Vorwärtsbeugen. Die Ergebnisse unterstreichen den Autoren zufolge daher, wie wichtig es ist, die frühe Schwangerschaftsphase in die Richtlinien für schwangere Arbeitnehmerinnen einzubeziehen.

(lj/BIERMANN)

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