Hausärzte warnen Merz vor Personalnot bei Notfallreform27. Oktober 2026 KI-generiertes Symbolbild, erstellt mit Google Gemini Rund um die Uhr Hilfe bei Akutfällen – doch wer soll sie leisten? Sachsen-Anhalts Hausärzte warnen Kanzler Merz vor einer Reform, für deren Umsetzung aus ihrer Sicht das Personal fehlt. Sachsen-Anhalts Hausärzte warnen Bundeskanzler Friedrich Merz in einem offenen Brief vor ungeklärten Personalfragen bei der Umsetzung der jüngst vom Bundestag verabschiedeten Notfallreform. Es sei bislang vollkommen ignoriert worden, „wer die zusätzlichen Aufgaben erbringen soll“, heißt es in dem Schreiben von Torsten Kudela, dem Vorsitzenden des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt. Umverteilung schafft keine neuen Ärzte Die Notfallreform des Bundes sieht unter anderem vor, für Akutfälle rund um die Uhr eine telefonische oder videounterstützte Versorgung anzubieten, bei Bedarf auch vor Ort. Sogenannte Integrierte Notfallzentren, die an Kliniken angesiedelt werden, sollen Patienten nach einer Ersteinschätzung in die geeignete Versorgung weiterleiten – etwa in die Sprechstunde einer Kooperationspraxis. Ziel ist es, die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. „Neue Strukturen schaffen keine zusätzlichen Ärzte – sie verteilen lediglich die ohnehin knappe Arztarbeitszeit neu“, kritisiert Kudela. Außerdem vermisse der Hausärzteverband dem Schreiben zufolge „die oft versprochene und dringend nötige Entlastung von Bürokratie und unnötiger Arbeit“ und „den Willen des Gesetzgebers, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu heben“. Fehlender Nachwuchs, langwierige Anerkennung Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt hatte bereits im April gewarnt, Doppelstrukturen würden Personal binden, „das wir nicht haben“. Sachsen-Anhalt kämpft seit Jahren mit fehlendem Nachwuchs bei Ärztinnen und Ärzten. Die KV rechnete im vergangenen Jahr damit, dass bis 2030 etwa ein Drittel der Mediziner in den Ruhestand geht. Gleichzeitig warteten Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss zuletzt im Schnitt 86 Wochen auf ihre Anerkennung.
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