Head-to-Head-Test favorisiert Nitrofurantoin gegen unkomplizierte Harnwegsinfektionen bei Frauen2. September 2026 Harnwegsinfektionen sind eine schmerzhafte Angelegenheit. Foto (KI-generiert): Жанна Грабчак – stock.adobe.com In einer randomisierten, offenen Studie mit vier Therapieregimen gegen unkomplizierte Infektionen der unteren Harnwege (HWI) bei Frauen war Nitrofurantoin die wirksamste Therapie. Die einmalige Gabe von Fosfomycin half am wenigsten. Die Autoren raten daher, die Rolle von Fosfomycin als Antibiotikum der ersten Wahl bei unkomplizierten HWI neu zu bewerten. In ihrer „pragmatischen“ Phase-IV-Studie SCOUT im Parallelgruppendesign verglichen Carl Llor und Kollegen eine Einzeldosis Fosfomycin, zwei Dosen Fosfomycin und Kurzzeittherapien mit Nitrofurantoin bzw. Pivmecillinam direkt miteinander. Die Studie fand zwischen 2022 und 2024 in spanischen Einrichtungen der Primärversorgung statt. Frauen ab 18 Jahren mit mindestens einem HWI-spezifischen Symptom (Dysurie, Harndrang, häufiger Harndrang oder Druckschmerz im suprapubischen Bereich) und einem positiven Urin-Schnelltest (auf Nitrit oder Leukozytenesterase) wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 1:1:1:1 einer der vier Behandlungen zugeteilt: einmalig 3 g Fosfomycin, zwei Dosen Fosfomycin à 3 g, Nitrofurantoin (3-mal täglich 100 mg über 5 Tage) oder Pivmecillinam (3-mal täglich 400 mg über 3 Tage). Ärzte und Patientinnen waren über die Gruppenzuteilung informiert. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patientinnen mit klinischer Heilung, definiert als das Verschwinden aller Infektionssymptome an Tag 7. Von den 804 Patientinnen, deren Studieneignung geprüft wurde, wurden 768 randomisiert: 191 in die Gruppe mit Fosfomycin-Einzeldosis, 194 in die Gruppe mit zwei Dosen Fosfomycin, 190 in die Nitrofurantoin-Gruppe und 193 in die Pivmecillinam-Gruppe. Das mediane Alter der Patientinnen betrug 48 Jahre (IQR 34–63). Nitrofurantoin heilte fast zwei Drittel der Patientinnen Unter den 720 Frauen mit verfügbaren Daten, die in die Primäranalyse einbezogen wurden, wies die Einmalgabe von Fosfomycin den niedrigsten Anteil an klinischer Heilung auf (109 [59 %] von 185 Patientinnen), während Nitrofurantoin den höchsten Anteil zeigte (128 [74 %] von 172 Patientinnen; Differenz 15,5 Prozentpunkte [95%-Konfidenzintervall {KI} 5,9-25,1] vs. Einmalgabe von Fosfomycin; p=0,0168), gefolgt von Pivmecillinam (127 [70 %] von 182; Differenz 10,9 Prozentpunkte [95%-KI 1,1-20,6]; p=0,2352) und der Gruppe mit der Fosfomycin-Gabe in 2 Dosen (122 [67 %] von 181; Differenz 8,5 Prozentpunkte [-1,4 bis 18,3]; p=0,6935). Unerwünschte Ereignisse traten bei 38 (19,9 %; 95-%-KI 14,9-26,1) von 191 Patientinnen mit einmaliger Fosfomycin-Gabe auf, bei 51 (26,3 %; 95%-KI 20,6-32,9]) von 194 mit Fosfomycin in zwei Dosen, bei 51 (26,8 %; 95%-KI 21,0-33,6) von 190, die Nitrofurantoin erhielten, und bei 41 (21,2 % [16,1 bis 27,5]) von 193, die mit Pivmecillinam behandelt wurden. Die meisten unerwünschten Ereignisse, vorwiegend gastrointestinale Beschwerden, seien leicht und selbstlimitierend gewesen, berichten die Autoren. (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Jenseits von Antibiotika: ein neuer Ansatz zur Behandlung von Harnwegsinfektionen Risikofaktoren für Rezidive der bakteriellen Vaginose und vulvovaginalen Candidose
Mehr erfahren zu: "Zukunftssorgen und schwierigen Lebensbedingungen bremsen Kinderwunsch" Zukunftssorgen und schwierigen Lebensbedingungen bremsen Kinderwunsch Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt, dass erstmals seit vielen Jahren der Kinderwunsch gesunken ist, da Zukunftssorgen auf Grund globaler Krisen zugenommen haben. Gleichzeitig sind für Kinderwünsche und […]
Mehr erfahren zu: "Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“" Gassen zum BStabG: „Wir werden eine Zäsur in der Versorgung Gesetzlich Krankenversicherter erleben“ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, hat das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin scharf kritisiert.
Mehr erfahren zu: "„Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“" „Die Praxen müssen die Hoheit über ihre Terminorganisation behalten“ Eine Digitalisierung, die Praxen entlastet und die Versorgung verbessert, forderte Dr. Sibylle Steiner, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), auf der KBV-Vertreterversammlung in Berlin am 4. September.