Heisenberg-Förderung für Epithel-Forscherin18. Juni 2020 Anne-Kathrin Classen (Foto: © Harald Neumann) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert mit circa 500.000 Euro über fünf Jahre Dr. Anne-Kathrin Classen von der der Universität Freiburg und honoriert damit ihre Forschungsarbeit an den biologischen Mechanismen, die die Entstehung und Heilung von Deckgeweben, den Epithelien, steuern. Die Wissenschaftlerin wurde dafür in das Heisenberg-Programm aufgenommen. Das nach dem Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg benannte Stipendium der DFG erhalten Forscher, die alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur erfüllen. Classen forscht seit 2016 an der Albert-Ludwigs-Universität und ist Mitglied in den Exzellenzclustern CIBSS und BIOSS. Das Stipendium tritt sie im Rahmen des CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies an. Hier wird sie insbesondere das kollektive Verhalten von Zellen in Epithelien untersuchen. „Wundheilung und Regeneration solcher Deckgewebe halten ihre essentielle Funktion als Schutzbarriere des Organismus zur Außenwelt aufrecht,“ erklärt Classen. In Fruchtfliegen analysiert sie, wie Zellen sich mit Hilfe molekularer Signale absprechen, so dass sie Verletzungen im Gewebe reparieren. Insbesondere die Regulierung des Zellzyklus in dieser koordinierten Zellantwort und die Rolle des Stoffwechsels möchte die Forscherin untersuchen. Weiterhin interessiert Classen, wie Krebs in Epithelgeweben bekämpft wird: Zellen in Epithelien teilen sich oft. Daher können häufig Mutationen im Erbgut und somit Krebszellen entstehen. Nicht nur das Immunsystem wacht darüber, dass diese Zellen entdeckt und vernichtet werden: Auch Epithelzellen können mutierte Nachbarzellen erkennen und diese aktiv aus dem Gewebe ausschließen. Die Frage, wie Epithelzellen mutierte Nachbarzellen entdecken, ist ebenfalls ein Teil von Classens Forschungsvorhaben. Nach einer Dissertation am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden forschte sie zu nächste an der University of California in Berkley/USA und gründetet danach eine eigene Arbeitsgruppe im Emmy-Noether-Programm der DFG an der Ludwigs-Maximilian-Universität München und an der Universität Freiburg.
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