Hepatozelluläres Karzinom: Neue Technologie zielt auf Früherkennung ab15. August 2022 Abbildung: © SciePro/stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine neue, sich noch in der Entwicklung befindliche Technologie zu einer besseren Methode in der Früherkennung des hepatozellulären Karzinoms (HCC) führen könnte. Bei dem Verfahren werden extrazelluläre Vesikel (EVs) gemessen, die von normalen Zellen, aber noch mehr von Tumorzellen und Zellen innerhalb einer Tumormikroumgebung freigesetzt werden. „Tumorassoziierte extrazelluläre Vesikel sind in relativ frühen Krankheitsstadien im Kreislauf vorhanden und in allen Krankheitsstadien leicht zugänglich“, erklärt Hsian-Rong Tseng, Forscher am Jonsson Comprehensive Cancer Center University of California in Los Angeles (UCLA; USA) und Experte für molekulare und medizinische Pharmakologie an der David Geffen School of Medicine an der UCLA. „Zur Ladung, die EVs transportieren, gehören Proteine, DNA, RNA, Metaboliten und Lipide, die Rückschlüsse auf den Ursprungstumor zulassen, was EVs für die Entwicklung von Krebsbiomarkern attraktiv macht. Die Profilerstellung von tumorassoziierten EVs gilt als eine sich neu entwickelnde „Flüssigbiopsie“-Strategie zur nichtinvasiven Krebserkennung.“ In ihrem Artikel stellten die Forschenden einen optimierten Oberflächenprotein-Assay (HCC EV SPA) vor, mit dem acht Subpopulationen von HCC-EVs quantifiziert werden können. Laut den Autoren könnte die HCC-EV-SPA-Technologie eines Tages einen schnellen, hochempfindlichen und erschwinglichen Nachweis von HCC im Frühstadium bei Risikopatienten mit Leberzirrhose ermöglichen. Das Verfahren besteht aus zwei leistungsstarken Plattformtechnologien: Proprietäre „Click Beads“ werden zur Reinigung von HCC-EVs aus einem kleinen Volumen von Plasmaproben verwendet. Daneben ermöglicht ein Multiplex-Echtzeit-Immun-PCR die Quantifizierung von Subpopulationen von HCC-EVs. „Wir haben aus den resultierenden HCC-EV-SPA-Signaturen ein mathematisches Modell erstellt, um Krebs im Frühstadium von Zirrhose zu unterscheiden“, sagte Zhu. „Auf dieser Grundlage haben wir eine Phase-II-Biomarkerstudie gemäß der Biomarker-Entwicklungsrichtlinie der International Liver Cancer Association zum Nachweis von HCC im Frühstadium durchgeführt.“ Den Autoren zufolge könne die Früherkennung und eine früh beonnene Therapie erheblichen Einfluss auf die Überlebensraten haben. „Die Prognose von HCC ist düster, hauptsächlich aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums, in dem die Krankheit oft diagnostiziert wird“, formuliert Dr. Vatche Agopian, Lebertransplantationschirurg und Leiter des Dumont-UCLA Liver Cancer Center an der David Geffen School of Medicine. Er war ebenfalls an der Studie beteiligt. „Die Richtlinien der American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) empfehlen, dass sich Risikopatienten halbjährlich einem Leberultraschall unterziehen, um ein HCC in einem kurativen Stadium zu erkennen. Die Genauigkeit der Ultraschallbildgebung bleibt aber gering, mit einer Sensivität zwischen 60 und 70 Prozent und einer Spezifität von 90 Prozent. Die Entwicklung nichtinvasiver Tests zur Früherkennung ist eindeutig dringend erforderlich.“ Langfristige Ziel des Forschungsprojektes ist es, das HCC EV SPA weiter zu optimieren und in einer größeren klinischen Studie zu validieren.
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