Herzmuskelschäden bei Kindern früher erkennen8. März 2021 Fabian von Scheidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Universitätsklinikums Ulm, hat den Wissenschaftspreis 2021 der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler erhalten. Quelle: Universitätsklinikum Ulm Der Forscher Dr. Fabian von Scheidt des Universitätsklinikums Ulm erhält für seine Grundlagenarbeit zur frühzeitigen Erkennung von Herzmuskelerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen den Wissenschaftspreis 2021 der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler. Der Preis wurde dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Forschungsteams der Sektion Pädiatrische Kardiologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm (UKU) am 28. Februar im Rahmen der 53. Jahrestagung der Fachgesellschaft verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Kardiologische Frühdiagnostik für Kinder mit Krebserkrankungen Dank der Fortschritte der modernen Medizin und der Entwicklung hochwirksamer onkologischer Therapien überleben heutzutage immer mehr Kinder eine Krebserkrankung. Doch die lebensrettenden Behandlungen können schwere Nebenwirkungen, wie eine Herzmuskelschwäche, zur Folge haben. „Um eine solche Schädigung des Herzens bestmöglich behandeln zu können, sollte sie frühzeitig erkannt werden“, erklärt von Scheidt. Dafür ist eine besondere kardiologische Frühdiagnostik notwendig. „Beginnende Funktionsstörungen des Herzens sind im Herzultraschall im Ruhezustand schlecht erkennbar, unter Belastung treten sie stärker in Erscheinung“, so der Preisträger weiter. Dafür werden PatientInnen unter Belastung, zum Beispiel auf einem Liegefahrradergometer, mit dem Herzultraschall untersucht (Stressechokardiographie). Der gleichzeitige Einsatz moderner Herzfunktionsanalyse-Software (Speckle-Tracking basierte Strain-Analyse) ermöglicht eine noch genauere Auswertung der Daten aus dem Herzultraschall. Bei dieser Methode werden Verformungen und die Verformungsgeschwindigkeit des Herzmuskelgewebes während der einzelnen Herzaktionen gemessen. Mit standardisiertem Protokoll zu Referenzwerten für die Strain-Analyse „Das Ziel unserer Arbeitsgruppe war es, die Stärken der Stress- und Strain-Echokardiographie zu kombinieren“, erklärt Prof. Christian Apitz, der die Arbeitsgruppe und die Sektion Pädiatrische Kardiologie am UKU leitet. Das Team um von Scheidt hat im Rahmen der prämierten Forschungsarbeit ein standardisiertes Protokoll entwickelt und Normwerte für die Strainwerte unter verschiedenen Belastungsstufen für gesunde Jugendliche und junge Erwachsenen erstellt. Auf der Grundlage dieser Referenzwerte können in Zukunft Untersuchungen von potenziell Erkrankten besser beurteilt werden. So beschäftigen sich aktuelle Untersuchungen beispielsweise damit, ob mit dieser Technik bei KrebspatientInnen eine sich entwickelnde Beeinträchtigung der Herzfunktion noch vor dem Auftreten von Symptomen in der Nachsorge erkannt werden kann. Die Arbeit von von Scheidt wurde im vergangenen Jahr im „Journal of the American Society of Echocardiography“ veröffentlicht. Der Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler wird jährlich für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Kinderkardiologie vergeben. Damit wird jedes Jahr eine wissenschaftliche Leistung gewürdigt, die in ihrer Originalität und herausragenden Qualität überzeugt.
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