Hilfe bei chronischen Kreuzschmerzen20. Dezember 2022 Foto: © Robert-Kneschke – stock.adobe.com Ein neues sensomotorisches Training einer australischen Forschungsgruppe zielt auf das Nervensystem ab. Frühere Studien haben gezeigt, dass sich das Nervensystem von Menschen mit chronischen Rückenschmerzen anders verhält als das von Menschen, die erst kürzlich eine Verletzung des unteren Rückens erlitten haben. Forscher um James McAuley von der UNSW‘s School of Health Sciences in Sydney (Australien) haben nun ein Trainingsprogramm entwickelt, dass die Kommunikation zwischen Rücken und Gehirn bei Patienten mit chronischen Kreuzschmerzen „umtrainieren“ soll. Das zwölfwöchige Programm führte im Vergleich zu einer ähnlich zeitaufwendigen Scheinbehandlung zu einer leichten, aber signifikanten Verbesserung der mittleren Schmerzintensität nach 18 Wochen. An der Studie nahmen 276 Patienten (mittleres Alter 46±14,3 Jahre; 50 % Frauen) mit chronischen (>3 Monate) unspezifischen Kreuzschmerzen teil. Jeweils die Hälfte wurde der Interventions- und der Kontrollgruppe zugeteilt. Bei der sogenannten abgestuften sensorimotorischen Umschulungsintervention handelt es sich um zwölf wöchentliche klinische Einheiten in Kombination mit einem Training für zuhause, welche die Patienten mittels Schulungen und Übungen dazu animieren sollte, trotz ihrer Schmerzen in körperliche Bewegung zu kommen. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe nahmen ebenfalls an zwölf wöchentlichen klinischen Sitzungen und einem Training für zuhause teil, das ähnlich viel Zeit in Anspruch nahm wie die Interventionsgruppe, aber nicht auf Aufklärung, Bewegung und körperliche Aktivität ausgerichtet war. Stattdessen erfolgte die „Behandlung“ in der Kontrollgruppe mit Scheinlaser und Kurzwellendiathermie am Rücken sowie mittels nichtinvasiver Schein-Hirnstimulation. Das primäre Ergebnis war die Schmerzintensität nach 18 Wochen gemessen mittels Numerischer Ratingskala (NRS 0–10), wobei der minimale klinisch wichtige Unterschied zwischen den Gruppen 1,0 Punkte betrug. Die Nachuntersuchung nach 18 Wochen schlossen 261/276 (95 %) randomisierten Patienten ab. Die durchschnittliche Schmerzintensität betrug 5,6 zu Beginn und 3,1 nach 18 Wochen in der Interventionsgruppe und 5,8 zu Beginn und 4,0 nach 18 Wochen in der Kontrollgruppe. Der geschätzte Unterschied der Mittelwerte zwischen den Gruppen lag bei -1,0 Punkten (95 %-KI -1,5 bis -0,4; p=0,001) nach 18 Wochen zugunsten der Interventionsgruppe. Es seien weitere Untersuchungen erforderlich, um die Verallgemeinerung der Ergebnisse zu verstehen, resümieren die Forscher. (ah)
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