HIT: Untypische Antikörper identifiziert9. Oktober 2026 Bild: ©Angel Arredondo – stock.adobe.com US-Forscher konnten bei Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) Antikörper charakterisieren, die im üblichen PF4/H-ELISA nicht detektierbar sind, aber im PF4-abhängigen P-Selectin-Expressionsassay Plättchen aktivieren. Die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein von Immunglobulin-G(IgG)-Antikörpern gegen Plättchenfaktor-4/Heparin (PF4/H)-Komplexe, die typischerweise mittels PF4/H-ELISA nachgewiesen werden. Daher werden negative ELISA-Ergebnisse häufig zum Ausschluss einer HIT herangezogen. Ein Team um Erstautorin Lu Zhou konnte jedoch jetzt eine unbekannte Untergruppe von Antikörpern charakterisieren, die mittels PF4/H-ELISA nicht nachweisbar sind (ELISA-), aber im PF4-abhängigen P-Selectin-Expressionsassay Plättchen aktivieren (PEA+). Wie das Team berichtet, machten bei 11 Patienten mit klinisch bestätigter HIT, die sowohl im PF4/H-ELISA als auch im Thrombozyten-Aktivierungstest positiv getestet wurden, ELISA- PEA+ Antikörper 65±19 Prozent der gesamten Thrombozyten-aktivierenden IgG-Aktivität aus und koexistierten mit ELISA+ PEA+ Antikörpern. ELISA- PEA+ Antikörper ähneln ELISA+ PEA+ Antikörpern funktionell stark Zudem konnten die Autoren per Einzelzellklonierung von 7 Patienten mit HIT 23 PEA+ Antikörper-produzierende B-Zellklone identifizieren, von denen 17 ELISA- waren und somit die ELISA+ Klone zahlenmäßig übertrafen. Dabei beobachteten Zhou et al., dass die ELISA- PEA+ Antikörper funktionell stark den ELISA+ PEA+-Antikörpern ähnelten: Thrombozytenbindung und -aktivierung erforderten exogenes PF4 und wurden durch FcgRIIA-Blockade, hochdosiertes Heparin oder Fab-Fragmente, die aus ELISA+ PEA+Antikörpern hergestellt wurden, gehemmt. Zudem induzierten diese Antikörper im HIT-Mausmodell eine Thrombozytopenie. Obwohl sie in ELISAs keine PF4/H-Reaktivität zeigten, erkannten sie PF4 auf Thrombozyten und wiesen keine nennenswerte Bindung an Neutrophilen-aktivierendes Peptid-2, Interleukin-8 oder PF4 allein auf. Strukturell beschreiben die Autoren diese Antikörper als heterogen, wobei eine Untergruppe Merkmale der schweren Kette mit ELISA+ PEA+ Antikörpern teilte. (sf) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Shwachman-Diamond-Syndrom: Frühzeitige Stammzelltransplantation verbessert die Überlebenschancen Primäre ITP im Erwachsenenalter: Komplementaktivierungsprofil unter der Lupe
Mehr erfahren zu: "Clostridioides difficile: Naturstoff zeigt unerwartete Wirkung gegen gefürchteten Krankheitserreger" Clostridioides difficile: Naturstoff zeigt unerwartete Wirkung gegen gefürchteten Krankheitserreger Forschende haben in einer neuen Studie zeigen können, dass der Naturstoff Argyrin B eine starke Wirksamkeit gegen den Erreger Clostridioides difficile hat und gleichzeitig das nützliche Darmmikrobiom weitestgehend verschont.
Mehr erfahren zu: "MDS: Fokus auf Multimorbidität lohnt sich" MDS: Fokus auf Multimorbidität lohnt sich Bei Patienten mit Myelodysplastischem Syndrom (MDS) könnten ein Fokus auf Multimorbidität und ein ganzheitlicher, multidisziplinärer und patientenzentrierter Ansatz zur Bewältigung häufiger chronischer Erkrankungen die Therapieergebnisse signifikant verbessern.
Mehr erfahren zu: "AOK zählt mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen" AOK zählt mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen Psychische Erkrankungen sorgen nach einer Auswertung der AOK für immer mehr Fehltage im Beruf: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der dadurch verursachten Arbeitsunfähigkeitstage bei AOK-Versicherten um knapp 42 Prozent […]