HIT: Untypische Antikörper identifiziert

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US-Forscher konnten bei Heparin-induzierter Thrombozyto­penie (HIT) Antikörper charakterisieren, die im üblichen PF4/H-ELISA nicht detektierbar sind, aber im PF4-abhängigen P-Selectin-Expressionsassay Plättchen aktivieren.

Die Heparin-induzierte Thrombozyto­penie (HIT) ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein von Immunglobulin-G(IgG)-Antikörpern gegen Plättchenfaktor-4/Heparin (PF4/H)-Komplexe, die typischerweise mittels PF4/H-ELISA nachgewiesen werden. Daher werden negative ELISA-Ergebnisse häufig zum Ausschluss einer HIT herangezogen.

Ein Team um Erstautorin Lu Zhou konnte jedoch jetzt eine unbekannte Untergruppe von Antikörpern charakterisieren, die mittels PF4/H-ELISA nicht nachweisbar sind (ELISA-), aber im PF4-abhängigen P-Selectin-Expressionsassay Plättchen aktivieren (PEA+).

Wie das Team berichtet, machten bei 11 Patienten mit klinisch bestätigter HIT, die sowohl im PF4/H-ELISA als auch im Thrombozyten-Aktivierungstest positiv getestet wurden, ELISA- PEA+ Antikörper 65±19 Prozent der gesamten Thrombozyten-aktivierenden IgG-Aktivität aus und koexistierten mit ELISA+ PEA+ Antikörpern.

ELISA- PEA+ Antikörper ähneln ELISA+ PEA+ Antikörpern funktionell stark

Zudem konnten die Autoren per Einzelzellklonierung von 7 Patienten mit HIT 23 PEA+ Antikörper-produzierende B-Zellklone identifizieren, von denen 17 ELISA- waren und somit die ELISA+ Klone zahlenmäßig über­trafen. Dabei beobachteten Zhou et al., dass die ELISA- PEA+ Antikörper funktionell stark den ELISA+ PEA+-Antikörpern ähnelten: Thrombo­zytenbindung und -aktivierung erforderten exogenes PF4 und wurden durch FcgRIIA-Blockade, hochdosiertes Heparin oder Fab-Fragmente, die aus ELISA+ PEA+Antikörpern hergestellt wurden, gehemmt.

Zudem induzierten diese Antikörper im HIT-Mausmodell eine Thrombozytopenie. Obwohl sie in ELISAs keine PF4/H-Reaktivität zeigten, erkannten sie PF4 auf Thrombozyten und wiesen keine nennenswerte Bindung an Neutrophilen-aktivierendes Peptid-2, Interleukin-8 oder PF4 allein auf. Strukturell beschreiben die Autoren diese Antikörper als heterogen, wobei eine Untergruppe Merkmale der schweren Kette mit ELISA+ PEA+ Antikörpern teilte. (sf)

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