Hochschule Nordhausen: Partnergewalt als Risikofaktor für ungewollte Schwangerschaften im Fokus26. Juni 2025 Prof. Petra Brzank zur Eröffnung der ELSA-VG-Fachtags. Quelle: Nadine Luschnat. Copyright: Hochschule Nordhausen Wie groß ist der Einfluss von Partnergewalt auf ungewollte Schwangerschaften? Welche Bedarfe ergeben sich für die Beratung und Versorgung betroffener Frauen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der ELSA-VG-Fachtag an der Hochschule Nordhausen . Im Rahmen der vom Bundesministerium für Gesundheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages geförderten Forschungsverbundstudie ELSA („Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung“) wurden in einem Teilprojekt (ELSA-VG) explizit die Perspektiven von Frauen untersucht, die zum Zeitpunkt der ungewollten Schwangerschaft von Gewalt in ihrer Partnerschaft betroffen waren. Die Veranstaltung vom am 18. Juni 2025, die sich an Fachkräfte aus Beratung, Medizin, Sozialarbeit, Hebammenwesen und Gesundheitsdiensten richtete, bot ein Programm aus Impulsvorträgen, Studienergebnissen und praxisnahen Workshops. Rund 200 Teilnehmende bundesweit informierten sich online und in Präsenz über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und entwickelten gemeinsam Empfehlungen für die Beratungs- und Versorgungspraxis. Nach der Begrüßung durch den Vizepräsidenten für Forschung und Entwicklung der Hochschule Nordhausen, Prof. Viktor Wesselak, stellte Prof. Petra J. Brzank, Projektleiterin und Professorin für Soziologie und Methoden der Sozialforschung an der Hochschule Nordhausen, zentrale Ergebnisse der ELSA-VG-Studie vor. Ergänzt wurde dies durch Beiträge externer Experten: Dennis Jepsen M.A. (Universitätsmedizin Halle) präsentierte Ergebnisse einer Onlinebefragung zur Lebenslage Betroffener, Martin Nowak M.A. (Hochschule Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen) und Kristina Winter M.A. (Universitätsmedizin Halle) berichteten von qualitativen Interviews mit Betroffenen – darunter auch minderjährige Frauen. Themen bisher stark vernachlässigt Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Partnergewalt ein bislang stark vernachlässigter, jedoch gravierender Risikofaktor für ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche ist. Viele betroffene Frauen waren mit strukturellen Hürden im Versorgungssystem konfrontiert und fühlten sich in Beratungssettings nicht adäquat unterstützt, heißt es in der Pressemitteilung der Hochschule Nordhausen. Umso wichtiger sei es, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Handlungsempfehlungen zu überführen. Weitere Themen waren die Bedarfe Betroffener an eine gynäkologische Versorgung (Dr. Jana Maeffert, Sophie Günther), die Konfliktberatung bei Minderjährigen (Silke Beier, Johanna Walsch) sowie Informationsmythen in der Konfliktberatung (Gesa Bochen). Im Anschluss vertiefte Angelika May vom Berliner Verein S.I.G.N.A.L. e. V. praxisnahe Empfehlungen zur Interventionen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt im Gesundheitsbereich und Beratungssetting. Der Fachtag endete mit einem Resümee von Prof. Petra J. Brzank.
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