Höhere Raten akuter COPD-Exazerbationen nach einer Lungenrehabilitation?

Lungenreha
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Eine aktuelle Studie einer britischen Arbeitsgruppe zeigt, dass von den darin analysierten 69.089 Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) weniger als 10 % derjenigen, die dafür infrage gekommen wären, tatsächlich für eine Lungenrehabilitation überwiesen wurden.

Die Analyse ergab außerdem, dass Patienten, die in Reha-Maßnahmen überwiesen wurden (diese aber nicht notwendigerweise auch abschlossen) im Jahr danach wegen akuter COPD-Exazerbationen nicht seltener ihren Hausarzt aufsuchten oder stationär behandelt wurden als im Jahr vor der Reha oder im Vergleich zu Patienten, die keine Reha erhielten.

Zum Hintergrund ihrer Veröffentlichung schreiben die Wissenschaftler, dass vorangegangene systematische Reviews – vorwiegend auf der Grundlage randomisiert-kontrollierter Studien – gezeigt hätten, dass eine Lungenrehabilitation zu weniger Krankenhauseinweisungen wegen akuter COPD-Exazerbationen führe.

Für Kohortenstudien aber seien die Ergebnisse nicht ganz so eindeutig. Die Autoren der aktuellen Arbeit verglichen daher die Raten akuter COPD-Exazerbationen in hausärztlicher und stationärer Behandlung vor und nach einer Lungenrehabilitation.

Verwendet wurden anonymisierte Daten des Clinical Practice Research Datalink und der Hospital Episode Statistics. Von den gut 69.000 Patien­ten kamen 64 % für eine Lungenrehabilitation infrage, doch war für nur 6436 (9,3 %) vermerkt, dass sie in eine solche Maßnahme überwiesen worden waren.

Insgesamt wurden 62.019 (89,8 %) keine Rehabilitation zugeführt, 634 (0,98 %) lehnten eine solche Maßnahme ab. Wurden ambulant und stationär behandelte Exazerbationen zusammen betrachtet, hatten Patienten mit einer Überweisung für eine Rehabilitationsmaßnahme eine etwas höhere, aber nicht statistisch signifikante Exazerbationsrate (2,83 Exazerbationen/Patientenjahr; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 2,66–3,0) als diejenigen, die für eine Reha zwar infrage kamen, aber nicht überwiesen wurden (2,17 Exazerbationen/Patientenjahr; 95 %-KI 2,11–2,24).

Fazit
Die Studie zeigte, dass unter 10% der Patienten, die für eine Lungenrehabilitation infrage kamen, tatsächlich überwiesen wurden. Die Analyse ergab außerdem, dass Patienten, die in Reha-Maßnahmen überwiesen wurden im Jahr danach wegen akuter COPD-Exazerbationen nicht seltener ihren Hausarzt aufsuchten oder stationär behandelt wurden als im Jahr vor der Reha oder im Vergleich zu Patienten, die keine Reha erhielten.

Autoren: Moore E et al.
Korrespondenz: Prof. Jennifer Quint, Imperial College London, Department of Respiratory Epidemiology, Occupational Medicine & Public Health, Emmanuel Kaye Building, Room G48, 1B Manresa Rd, London, SW3 6LR, Großbritannien; [email protected]
Studie: Effects of Pulmonary Rehabilitation on Exacerbation Number and Severity in People With COPD: An Historical Cohort Study Using Electronic Health Records
Quelle: Chest 2017;152(6):1188–1202.
Web: journal.chestnet.org