Hohe Feinstaub-Werte in der Schwangerschaft erhöhen Hypertonie-Risiko beim Nachwuchs

Luftverschmutzung
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Die Exposition gegenüber Luftverschmutzung ist mit einem höheren Risiko für erhöhten Blutdruck (BP) bei Erwachsenen und Kindern in Verbindung gebracht worden. Aktuelle Evidenz spricht dafür, dass Luftverschmutzung in der Schwangerschaft auch ein erhöhtes Risiko für die nächste Generation bedeuten könnte. Bislang haben jedoch nur wenige Studien diesen Zusammenhang untersucht.

Mingyu Zhang von der Johns Hopkins University Bloomberg School of Public Health und Kollegen führten eine prospektive Studie zu 1293 Müttern in der Boston Birth Cohort (eingeschlossen 1998–2012) und ihren Kindern durch, bei denen Vorstellungen zur Nach­beobachtung im Alter von 3 und 9 Jahren erfolgten und für die vollständige Daten zu Exposition und Ergebnissen vorlagen.

Die primäre Exposition – die Feinstaub-Konzentration (≤2,5 µm; PM2,5) in der Schwangerschaft – wurde abgeschätzt, indem die Wohnadresse der Mutter mit den Berichten der US Environmental Protection Agency zur Luftqualität abgeglichen wurde.

Zhang und Kollegen definierten als primären Endpunkt die Perzentile des systolischen BP (SBP) des Kindes nach der US-Referenz (4. Report) und klassifizierten einen erhöhten BP als einen SBP ab der 90. Perzentile.

Der multivariabel adjustierte kubische Spline zeigte einen scharfen Anstieg bei der SBP-Perzentile des Nachwuchses und dem Risiko für erhöhten BP, wenn die PM2,5-Konzentration im 3. Trimenon ≥13 μg/m3 lag.

Das höchste vs. dem niedrigsten Tertil der PM2,5-Konzentration im 3. Trimenon war mit einem Anstieg um 4,85 Perzentilen (95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,38–8,37) beim Kinder-SBP oder einem um 1,61-fach höheren Risiko (95 %-KI 1,13–2,30) für erhöhten BP beim Kind assoziiert.

Ein Anstieg um 5 μg/m3 von PM2,5 im 3. Trimenon ging mit einer Zunahme um 3,49 Perzentilen (95 %-KI 0,71–6,26) beim SBP des Kind oder einem um das 1,47-Fache (95 %-KI 1,17–1,85) höheren Risiko für einen erhöhten BP einher.

Fazit
„Unsere Befunde sprechen dafür, dass die Exposition gegenüber PM2,5 im 3. Trimenon mit einem erhöhten BP bei Kindern zwischen 3 und 9 Jahren einhergeht“, bilanzieren die Autoren.

Autoren: Zhang M et al.
Korrespondenz: Dr. Noel T. Mueller; [email protected]
Studie: Maternal Exposure to Ambient Particulate Matter ≤2.5 µm During Pregnancy and the Risk for High Blood Pressure in Childhood
Quelle: Hypertension 2018 May 14. pii: HYPERTENSIONAHA.117.10944
Web: dx.doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.117.10944