Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft: Risiko für psychische Gesundheit des Kindes20. April 2020 Foto: © staras/Adobe Stock Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, insbesondere die Präeklampsie, können bei betroffenen Kindern negative Folgen im Hinblick auf die seelische Gesundheit haben. Das berichten die Autoren einer aktuellen Studie in der Zeitschrift „Hypertension“. Demnach hat die finnische Untersuchung an 4743 Mutter-Kind-Paaren Zusammenhänge zwischen hypertensiven Schwangerschaftsstörungen – einschließlich chronischer Hypertonie, Schwangerschaftshypertonie, Präeklampsie und Eklampsie – und psychischen Störungen bei den jeweiligen Kindern ergeben. Das Ausmaß einer Präeklampsie der Mutter und deren Vorliegen als solche waren mit dem Anstieg des Risikos jeglicher psychischer Störungen im Kindesalter sowie mit der psychischen Entwicklung und Verhaltens- und emotionalen Störungen des Kindes assoziiert. Forscher beobachteten ein um 66 Prozent höheres Risiko für psychische Störungen bei Kindern, deren Mütter an einer Präeklampsie gelitten hatten, sowie ein zweifach erhöhtes Risiko für psychische Probleme bei Kindern, deren Mütter eine schwere Präeklampsie gehabt hatten. „Während ältere Studien signifikante Auswirkungen einer Präeklampsie auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), eine Autismus-Spektrum-Störung und Schizophrenie bei den Nachkommen gezeigt haben, war ein neuer Aspekt unserer Ergebnisse, dass sich die prädisponierenden Auswirkungen der Präeklampsie bei der Mutter auf jegliche psychische Störung im Kindesalter bei den Nachkommen ausdehnten“, erklärt Marius Lahti-Pulkkinen, einer der Seniorautoren der Studie. Er ist Dozent an der Universität Helsinki (Finnland). Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Kombination von hypertensiven Erkrankungen der Mutter, Übergewicht/Adipositas und Diabetes in der Schwangerschaft die kumulative Inzidenz psychischer Störungen bei Kindern von 6,6 Prozent bei Nachkommen von Müttern ohne diese Störungen auf 22,2 Prozent bei jenen erhöhte, deren Mütter an allen drei Erkrankungen litten. Die Zusammenhänge zwischen einer Präeklampsie der Mutter mit psychischen Störungen der Nachkommen im Kindesalter lassen sich laut den Autoren nicht durch psychische Störungen der Mutter, deren Alter, etwaigen Drogenkonsum, die Anzahl früherer Schwangerschaften und den Bildungsstand der Mutter beziehungsweise durch Übergewicht/Adipositas oder Diabetes oder psychische oder hypertensive Erkrankungen des Vaters erklären.“ Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht der Wissenschaftler die Notwendigkeit vorbeugender Interventionen und Behandlungen bei hypertensiven Erkrankungen von Müttern. Sie seien nicht nur gut für die Mutter selbst, sondern kämen auch den Nachkommen zugute. „Die Ergebnisse werfen auch ein wichtiges neues Licht auf die Ätiologie psychischer Störungen im Kindesalter“, ergänzt Lahti-Pulkkinen. „Diese Informationen können dazu beitragen, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und gefährdete Familien zu unterstützen. Sie können auch Ärzten helfen, Probleme und die zugrunde liegenden Ursachen für psychische Störungen im Kindesalter zu verstehen.“ Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen stellen wichtige Risikofaktoren für Müttersterblichkeit, Tot- und Frühgeburt sowie intrauterine Wachstumsstörungen dar und prognostizieren die kardiovaskuläre Morbidität sowohl der Mutter als auch von ihren Nachkommen. (AHA/ac)
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