Impfung mit BNT162b2 bei Krebspatienten sicher28. Februar 2022 © Konstantin Yuganov – stock.adobe.com (Symbolbild) Der SARS-CoV-2-Impfstoff BNT162b2 scheint bei Krebspatienten sicher zu sein und einen zufriedenstellenden serologischen Status zu erreichen. Das belegt eine Kohortenstudie aus Israel. Allerdings beobachteten die Wissenschaftler eine deutliche Verzögerung bei der Antikörperproduktion im Vergleich zur Rate bei den Kontrollen ohne Krebs. Bei den meisten Patienten sei jedoch nach der 2. Dosis eine Serokonversion zu verzeichnen gewesen, berichtet das Team um Dr. Tal Goshen-Lago vom Rambam Health Care Campus in Haifa, Israel. Im Januar 2021 wurde in Israel mit der SARS-CoV-2-Massenimpfung von Hochrisikopopulationen, inklusive Krebspatienten, begonnen. In ihre Kohortenstudie nahmen die Autoren zwischen dem 15.01.2021 und dem 14.03.2021 prospektiv Krebspatienten und gesunde Teilnehmer auf und beobachteten sie nach. Die Studie wurde in der Abteilung für Onkologie des Rambam Health Care Campus durchgeführt. Zu den Teilnehmern gehörten 232 Krebspatienten, die nach der 1. und 2. Dosis des BNT162b2-Impfstoffes eine aktive Therapie erhielten, und 261 gesunde, altersentsprechende Pendants aus Gesundheitsberufen, die als Kontrollgruppe dienten. Im Rahmen der Studie wurden nach jeder Impfdosis und in Fällen von Seronegativität Serumproben entnommen. Zudem wurden bei der Serumentnahme Fragebögen zu soziodemografischen Merkmalen und Nebenwirkungen ausgegeben. Anhand eines zugelassenes Assays bewerteten die Wissenschaftler IgG zu allen Zeitpunkten. Die elekt-ronischen Krankenakten der Patienten überprüften sie hinsichtlich der Dokumentation einer COVID-19-Infektion und der Ergebnisse von Blutzellzahlen, Leberenzymwerten und bildgebenden Untersuchungen. Unter den 232 Krebspatienten waren 132 Männer (57%), das mittlere Alter betrug 66 ±12,09 Jahre. Nach der 1. Dosis des BNT162b2-Impfstoffs waren 29% (n=25) der Patienten seropositiv, verglichen mit 84% (n=220) der Kontrollen (p<0,001). Nach der 2. Dosis verzeichnete das Team eine Seropositivitätsrate von 86% bei den Patienten (n=187). Die Verhältnisse der Testraten pro 1000 Personentage nach der 1. Dosis betrugen 12,5 (95%-KI 3,4–45,7) für die Patienten und 48,5 (95%-KI 37,2–63,2) für die Kontrollen. Patienten, die sich einer Chemotherapie unterzogen, zeigten eine reduzierte Immunogenität (OR 0,41; 95%-KI 0,17–0,98). Bei seronegativen Patienten erreichte die Rate der dokumentierten absoluten Leukopenie 39%. Während des gesamten Studienzeitraumes verzeichneten die Autoren keine COVID-19-Fälle, jedoch wurden 2 Fälle in der Patientenkohorte unmittelbar nach der 1. Dosis festgestellt. Die unerwünschten Ereignisse ähnelten den Daten früherer Studien mit überwiegend gesunden Personen. Fazit In dieser Kohortenstudie schien der SARS-CoV-2-Impfstoff BNT162b2 sicher zu sein und einen zufriedenstellenden serologischen Status bei Krebspatienten zu erreichen. Es gab eine ausgeprägte Verzögerung bei der Antikörperproduktion im Vergleich zu der Rate bei den Kontrollen ohne Krebs; jedoch trat bei den meisten Patienten nach der zweiten Dosis eine Serokonversion auf. (sf) Autoren: Goshen-Lago T et al. Korrespondenz: Irit Ben-Aharon; [email protected] Studie: Serologic Status and Toxic Effects of the SARS-CoV-2 BNT162b2 Vaccine in Patients Undergoing Treatment for Cancer Quelle: JAMA Oncol 2021;7(10):1507–1513. Web: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2021.2675
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“" Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“ Mit der Gebührenordnung für Ärzte zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger (UV-GOÄ) kommt es zu deutlichen Verbesserungen für die Abrechnung arthroskopischer Operationen und der Grundleistungen.
Mehr erfahren zu: "DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“" DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“ Im Interview sprechen die drei Präsidenten des DKOU 2026 über Gesundheitspolitik, Herausforderungen für O & U und Programm-Highlights