Injektion eines Open-Label-Placebo lindert Rückenschmerzen13. Dezember 2024 © New Africa – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine offene Placebobehandlung (OLP) kann Patienten mit chronischen Rückenschmerzen (CBP) womöglich einen bedeutenden klinischen Nutzen bringen, indem sie Bahnen zwischen präfrontalem Cortex und Hirnstamm aktiviert, die mit der Schmerzregulation und der opioidergen Funktion verbunden sind. Darauf deuten die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie in „JAMA Network Open“ hin. Diese wurde im Bundesstaat Colorado (USA) mit 101 Erwachsenen (51,4% Frauen; mittleres Alter 40,4 ±15,4 Jahre) mit mittelschweren CBP (mittlere Schmerzintensität auf der NRS 4,10 ±1,25; Dauer 9,7 ±8,5 Jahre) durchgeführt. Nach dem Zufallsprinzip erhielten 51 Teilnehmer parallel zu ihrer laufenden Behandlung eine 1-malige subkutane lumbale Injektion einer Kochsalzlösung, die den Teilnehmern offen als Placebo präsentiert wurde, zusammen mit Informationen über die schmerzlindernde Wirkung von Placebos. Die übrigen 50 Teilnehmer setzten ihre laufende Behandlung in Form der Standardbehandlung fort. Als primären Endpunkt erhoben die Studienärzte die Schmerzintensität 1 Monat nach der Behandlung. Zu den sekundären Ergebnissen zählten Schmerzinterferenz, Depression, Angst, Ärger und Schlafqualität. Im Vergleich zur Standardbehandlung reduzierte OLP die CBP-Intensität nach der Behandlung (relative Reduktion 0,61; Hedges g=0,45; 95%-KI −0,89 bis 0,04; p=0,02). Die Schmerzlinderung hielt zwar nicht bis zur 1-Jahres-Nachbeobachtung an, jedoch beobachteten die Forscher zu diesem Zeitpunkt signifikante Vorteile hinsichtlich Depression, Ärger, Angst und Schlafstörungen (Hedges g=0,3–0,5; alle p<0,03). Schließlich führten die Mediziner auch funktionelle MRT-Untersuchungen vor und nach der Behandlung bei evozierten und spontanen Rückenschmerzen durch. Die Hirnreaktionen auf evozierte Rückenschmerzen nahmen bei OLP vs. Standardbehandlung im rostralen anterioren cingulären und ventromedialen präfrontalen Kortex zu und verringerten sich in den somatomotorischen Kortizes und im Thalamus. Bei spontanen Schmerzen ergaben Analysen der funktionellen Konnektivität, dass die Konnektivität des ventromedialen präfrontalen Kortex mit der rostralen ventralen Medulla, einem schmerzmodulierenden Hirnstammkern, bei OLP im Vergleich zur üblichen Behandlung zunahm. Die Studienautoren heben hervor, dass sich die beobachteten Hirnmechanismen der OLPs mit denen von verdeckten Placebos bei gesunden Probanden decken. Die Teilnehmer berichteten über keine unerwünschten Wirkungen der Behandlung. Fazit In der Studie reduzierte eine offene Placebobehandlung die Schmerzintensität einen Monat nach der Behandlung und bot Vorteile hinsichtlich Depression, Ärger, Angst und Schlafstörungen, die für mindestens ein Jahr nach der Behandlung anhielten. (ah) Autoren: Ashar YK et al. Korrespondenz: Yoni K. Ashar; [email protected] Studie: Open-Label Placebo Injection for Chronic Back Pain With Functional Neuroimaging: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Netw Open 2024;7(9):e2432427. Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2024.32427
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