Inkonsistente Schlafmuster bei Jugendlichen beeinträchtigen das Gehirn2. Januar 2026 Foto: © Klaus Eppele – stock.adobe.com Sozialer Jetlag kann erhebliche negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und die kognitiven Funktionen von Jugendlichen haben. Darauf deuten die Ergebnisse einer aktuellen Studie hin. Jugendliche schlafen häufig weniger als empfohlen und weisen zwischen Wochentagen und Wochenenden stark abweichende Schlafmuster auf. Diese Diskrepanz zwischen dem Schlafverhalten an Schultagen und an freien Tagen, bekannt als sozialer Jetlag, wird mit negativen Auswirkungen auf die körperliche, kognitive und psychische Gesundheit in Verbindung gebracht, obwohl die Mechanismen dafür bislang kaum verstanden sind. In einer Studie in der Fachzeitschrift „Sleep“ haben Forschende des Boston Children’s Hospital und des Johns Hopkins All Children’s Hospital (USA) herausgefunden, dass sozialer Jetlag weitreichende negative Auswirkungen auf grundlegende Aspekte der Funktion und Struktur des sich entwickelnden Gehirns hat und Bereiche des Gehirns beeinträchtigt, die Prozesse wie die Emotionsregulation und soziale Funktionen unterstützen. Längerer sozialer Jetlag führt zu höherem BMI In der Studie mit mehr als 3500 Jugendlichen aus der Kohorte „Adolescent Brain Cognitive Development“ stellte das Team fest, dass mehr als 35 Prozent der Jugendlichen einen sozialen Jetlag von zwei oder mehr Stunden hatten. Jungen, hispanische und schwarze nicht hispanische Jugendliche und/oder Jugendliche in späteren Stadien der Pubertät hatten einen längeren sozialen Jetlag, der auch mit einem höheren BMI in Verbindung gebracht wurde. Diejenigen mit stärkerem sozialen Jetlag wiesen schwächere Verbindungen zwischen dem Thalamus und dem Rest des Gehirns auf. Der Thalamus spielt bei der Unterstützung der sensorischen Verarbeitung und Emotionsregulation sowie bei Schlaf, Bewusstsein und der psychischen Gesundheit eine entscheidende Rolle. Ein längerer sozialer Jetlag war auch mit schwächeren Verbindungen in den Salienz- und dorsalen Aufmerksamkeitsnetzwerken verbunden, die die Aufmerksamkeit sowie die Belohnungs- und Emotionsverarbeitung unterstützen. Fast die Hälfte der Jugendlichen zeigt sozialen Jetlag Jugendliche mit längerem sozialen Jetlag wiesen auch eine geringere Dicke und/oder ein geringeres Volumen der Strukturen auf, die sich mit Netzwerken überschneiden, die die Emotions- und Belohnungsverarbeitung sowie die soziale Funktion unterstützen. Ein längerer sozialer Jetlag war auch mit einer geringeren Kommunikation und Informationsübertragung zwischen Regionen verbunden, die die soziale Funktion und die Emotionsregulation unterstützen. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sozialer Jetlag weitreichende schädliche Auswirkungen auf das jugendliche Gehirn haben kann“, erklärte Dr. Caterina Stamoulis, Hauptforscherin des Computational Neuroscience Laboratory am Boston Children’s Hospital und leitende Autorin der Studie. „Angesichts der Anfälligkeit des Gehirns in dieser sensiblen Phase kann sozialer Jetlag erhebliche negative Auswirkungen sowohl auf die psychische Gesundheit als auch auf die kognitiven Funktionen haben. Da fast die Hälfte aller Jugendlichen unter sozialem Jetlag leidet, unterstreichen unsere Ergebnisse, wie wichtig es ist, eine konsistente Schlafroutine für Jugendliche zu etablieren, um eine gesunde Gehirnentwicklung zu fördern.“ (ej/BIERMANN)
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