Internationale Studie: Alzheimer ist nicht übertragbar9. Juni 2022 Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com Lübecker Forscherinnen und Forscher widerlegen in Zusammenarbeit mit Forschenden aus Oslo die bisherige Theorie zur Übertragbarkeit der Alzheimer-Erkrankung. Sie konnten erstmals den Weg des Alzheimer-Eiweiß im Körper nachvollziehen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Jens Pahnke am Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie (LIED) der Universität zu Lübeck und am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck, sowie an der Universität in Oslo hat nach sechsjähriger Forschung des internationalen Forschungskonsortiums PROP-AD die bisherige Theorie zur Übertragbarkeit der Alzheimer Erkrankung widerlegt. Bereits seit einigen Jahren wurde diskutiert, ob Alzheimer auch eine übertragbare Prionen-Erkrankung ist und somit gefährlich für das Pflegepersonal oder die Angehörigen sein könnte. Andere Beispiele für Prionen-Erkrankungen sind BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie) bei Kühen oder CJD (Creutzfeldt-Jacob Erkrankung) beim Menschen, die vor einigen Jahren für viele Schlagzeilen gesorgt haben. Um zu überprüfen, ob krankmachendes Alzheimer-Eiweiß (beta-Amyloid) von Mensch zu Mensch übertragbar ist, verwendete das Team beta-Amyloid mit speziell markierten Kohlenstoffatomen. Die Forscherinnen und Forscher spritzten das markierte beta-Amyloid aus an Alzheimer-erkrankten Mäusen in gesunde Tiere und verfolgten den Weg durch den Körper und die Ablagerung des Moleküls in verschiedenen Organen. Mittels neuartiger hochsensibler und hochspezifischer Messmethoden gelang dem Forscherteam der Nachweis, dass das toxische beta-Amyloid der erkrankten Tiere nicht das Gehirn der gesunden Tiere erreicht. Für Angehörige und Pflegepersonal ist dies den Forschern zufolge eine sehr gute Nachricht. Den Ergebnissen nach kann Alzheimer somit nicht bei der Pflege von Patientinnen und Patienten übertragen werden.
Mehr erfahren zu: "Zwei Signalwege kooperieren, um Glioblastomzellen für das Immunsystem angreifbar zu machen" Zwei Signalwege kooperieren, um Glioblastomzellen für das Immunsystem angreifbar zu machen Forschende der Universität Basel (Schweiz) haben entdeckt, dass der Notch-Signalweg bei Glioblastomen zwei gegensätzliche Wirkungen haben kann. Ob er das Tumorwachstum fördert oder hemmt, hängt vom Glioblastomtyp ab.
Mehr erfahren zu: "Gedächtnistests per Smartphone erfassen kognitive Veränderungen schneller als Standardverfahren" Gedächtnistests per Smartphone erfassen kognitive Veränderungen schneller als Standardverfahren Bei vielen Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) nimmt die geistige Leistungsfähigkeit allmählich ab. Smartphone- oder Tablet-basierte Gedächtnistests können diesen subtilen Rückgang schneller erfassen als herkömmliche Untersuchungen. Das zeigt eine […]
Mehr erfahren zu: "Charité-Studie: West-Nil-Virus ist in Berlin fest etabliert" Charité-Studie: West-Nil-Virus ist in Berlin fest etabliert Heimische Mücken können das West-Nil-Virus übertragen. Eine Berliner Studie hat untersucht, in welchen Lebensräumen das Ansteckungsrisiko am höchsten ist. Das Ergebnis hat die Wissenschaftler überrascht.