Kardiologische Betreuung nach Krebs im Kindesalter12. November 2024 © salomonus_ – stock.adobe.com (Symbolbild) Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung im Kindesalter viele Jahre lang. Eine aktuelle Studie belegt nun, dass die Anhäufung nicht schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse, inklusive subklinischer Erkrankungen, das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse erhöht. Eine entsprechende Früherkennung und Prävention hält das Team um Dr. Rawan A. Hammoud vom St Jude Children’s Research Hospital in Memphis, USA, daher für sinnvoll. In die Längsschnitt-Kohortenstudie waren Teilnehmerdaten aus einer laufenden Kohortenstudie am St. Jude Children’s Research Hospital – der St. Jude Lifetime Cohort Study (SJLIFE) – eingegangen. Das prospektive klinische Follow-up (13.09.2007–17.12.2021) umfasste 5-Jahres-Überlebende von Krebs im Kindesalter, die im Zeitraum 1962–2012 ihre Diagnose im Alter von <25 Jahren erhalten hatten (n=9602; 4311 Frauen [44,9%]) sowie Kontrollpersonen aus der Gemeinde (n=737). Die mediane Nachbeobachtungzeit ab dem Datum der primären Krebsdiagnose beziffern die Autoren auf 20,3 Jahre (IQR 12,0–31,4). Im Alter von 50 Jahren (die Analyse wurde in diesem Alter aufgrund weniger Teilnehmer >50 Jahren abgebrochen) betrug die kumulative Inzidenz schwerer unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse bei den Überlebenden 17,7% (95%-KI 15,9–19,5) vs. 0,9% (95%-KI 0,0–2,1) bei Kontrollpersonen aus der Gemeinde. Pro Überlebendem lag die kumulative Last an schweren unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen bei 0,26 (95%-KI 0,23–0,29) vs. 0,009 (95%-KI 0,000–0,021) pro Kontrollperson. Wie sich zeigte, ging eine zunehmende kumulative Last an nicht schweren unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen der Grade 1–4 mit einem erhöhten künftigen Risiko schwerer unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse einher (1 Erkrankung: RR 4,3; 95%-KI 3,1–6,0; p<0,0001; 2 Erkrankungen: RR 6,6; 95%-KI 4,6–9,5; p<0,0001; 3 Erkrankungen: RR 7,7; 95%-KI 5,1–11,4; p<0,0001). Ein erhöhtes Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse wurde bei bestimmten subklinischen Erkrankungen, z.B. Arrhythmien von Grad 1 [RR 1,5; 95%-KI 1,2–2,0; p=0,0017]), linksventrikulärer systolischer Dysfunktion von Grad 2 (RR 2,2; 95%-KI 1,6–3,1; p<0,0001) und Herzklappenerkrankungen von Grad 2 (RR 2,2; 95%-KI 1,2–4,0; p=0,013) beobachtet, nicht jedoch bei Hypercholesterinämie von Grad 1, Hypertriglyzeridämie von Grad 1–2 oder Gefäßstenose von Grad 1–2. Fazit Nach einer Krebserkrankung im Kindesalter sollten Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse im Mittelpunkt stehen. (sf) Autoren: Hammoud RA et al. Korrespondenz: Rawan Hammoud; [email protected] Studie: The burden of cardiovascular disease and risk for subsequent major adverse cardiovascular events in survivors of childhood cancer: a prospective, longitudinal analysis from the St Jude Lifetime Cohort Study Quelle: Lancet Oncol 2024;25(6):811–822. Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(24)00157-8
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