Kein erhöhtes Infektionsrisiko für von CED betroffene Ärzte – außer für Tuberkulose4. Januar 2019 Foto: © BillionPhotos.com/Fotolia Personen in Gesundheitsberufen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) leiden und aufgrund ihrer Arbeit täglich Erregern ausgesetzt sind, besitzen laut einer aktuellen Untersuchung kein höheres Risiko für schwere Infektion als andere CED-Patienten. Die einzige Ausnahme bildet den Studienautoren zufolge die Tuberkulose. Ein Screening auf Tuberkulose-Exposition sollte daher in dieser Hochrisikogruppe erfolgen, wenn die betroffenen Patienten eine Anti-Tumornekrosefaktor(TNF)-Therapie erhalten. Die Verfasser der aktuellen Arbeit schlossen in ihre multizentrische Fall-Kontroll-Studie 482 Gesundheitsberufler ein, die an einer CED litten. Sie wurden in Bezug auf Geschlecht, Alter, Krankheitstyp und Diagnosejahr mit 482 Kontrollen gematcht (CED-Patienten, die nicht im Gesundheitsbereich arbeiteten). Der Untersuchungszeitraum lag zwischen dem Datum der jeweiligen CED-Diagnose und Juni 2016. Als schwere Infektion wurde jede ambulant erworbene Infektion definiert, die einen Krankenhausaufenthalt erforderte. Bei einem medianen Follow-up von 9,3 Jahren wurden 139 schwere Infektionen in der Studiengesamtpopulation erfasst, darunter 30 Clostridium-difficile-Infektionen, 33 schwere Virusinfektionen, 9 Tuberkuloseinfektionen, 21 ambulant erworbene Pneumonien und 46 andere Infektionen. Die Studienautoren konnten keinen Unterschied zwischen Gesundheitsberuflern und Kontrollen hinsichtlich der Gesamtinzidenzraten schwerer Infektionen feststellen. Bei Angehörigen der Gesundheitsberufe wurde ein erhöhtes Risiko für Tuberkulose festgestellt. In der multivariaten Analyse der gesamten Studienpopulation war eine schwere Infektion mit einer aktuellen Exposition gegenüber Corticosteroiden assoziiert (Odds Ratio [OR] 3,05; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 2,06–4,52, p<0,001) sowie mit einer immunsupprimierenden Therapie (OR 1,98; 95 %-KI 1,38–2,84; p<0,001) und einer Anti-TNF-Therapie (OR 2,93; 95 %-KI 2,02–4,27; p<0,001). Reduziert war das Auftreten einer schweren Infektion den Studienautoren zufolge bei Vorliegen eines Morbus Crohn (OR 0,63; 95 %-KI 0,43–0,91; p=0,01).
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