Kind-Phillip-Preis 2023 für Verena Körber6. November 2023 Preisträgerin Verena Körber (Quelle: privat) Verena Körber vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erhält den diesjährigen Forschungspreis der Kind-Philipp-Stiftung. Der Preis zeichnet jährlich die beste wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum aus, die sich mit Krebs im Kindesalter auseinandersetzt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Wissenschaftlerin hatte herausgefunden, dass Neuroblastome, seltene Tumoren bei Babys und Kleinkindern, unabhängig vom späteren klinischen Verlauf bereits im ersten Trimester der Schwangerschaft entstehen. Bereits zu diesem Zeitpunkt entscheidet sich, ob sie sich später spontan zurückbilden oder aggressiv voranschreiten. Anhand der Entstehungsgeschichte der Krebszellen lässt sich der Krankheitsverlauf prognostizieren. Das könnte helfen, die richtige Therapieentscheidung für betroffene Kinder zu treffen. Körber und ihre Kollegen entschlüsselten dafür das Tumorgenom von 186 Neuroblastomen unterschiedlicher Stadien. Anschließend rekonstruierten sie anhand bestimmter Erbgutveränderungen die Entstehungsgeschichte der Tumoren. Die Forscher gingen davon aus, dass sich Erbgutveränderungen im Genom zufällig und über die Zeit hinweg mit konstanter Geschwindigkeit anhäufen – wie Sand in einer Sanduhr. Diese Ansammlung von Mutationen wird daher auch als molekulare Uhr bezeichnet und ist messbar. Mit Hilfe eines speziell dafür entwickelten mathematischen Modells konnten Körber und Kollegen daraus einen Stammbaum der Neuroblastom-Entstehung rekonstruieren. Die Analysen zeigten überraschenderweise, dass Neuroblastome aller Risikogruppen bereits in der frühen Schwangerschaft entstehen, sich jedoch in Art und Dauer ihrer frühen genetischen Evolution unterscheiden. Das Team konnte darüber hinaus zeigen, dass die Dauer der frühen genetischen Evolution den klinischen Verlauf präzise vorhersagt. Diese Unterscheidung könnte in Zukunft dabei helfen, junge Hochrisikopatienten von Kindern zu unterscheiden, die gar keine Therapie benötigen, so hofft das Forscherteam. Nach ihrem Masterstudium in Molekularen Biowissenschaften und Systembiologie an der Universität Heidelberg promovierte Verena Körber am Deutschen Krebsforschungszentrum in der Abteilung Theoretische Systembiologie (Leitung: Thomas Höfer). Nach ihrer Promotion im Jahr 2019 setzte sie ihre Forschung in dieser Abteilung bis zum Herbst 2023 als Postdoc fort und wechselte dann für eine zweite Postdoc-Stelle ans Weatherall Institute of Molecular Medicine, University of Oxford.
Mehr erfahren zu: "Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen" Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen Bei aggressiven Verläufen des Neuroblastoms treten das Gen DDX1 und das Onkogen MYCN häufig vervielfacht und gemeinsam auf, was eine Abhängigkeit vom mTOR-Signalweg erzeugt. Zudem beeinflusst DDX1 die Reaktion der Krebszellen […]
Mehr erfahren zu: "Frühe Unterbringung im Heim senkt die Lebenserwartung" Frühe Unterbringung im Heim senkt die Lebenserwartung Wer in den 1950er-Jahren als Säugling in einem Heim untergebracht wurde, hat eine deutlich kürzere Lebenserwartung als die Allgemeinbevölkerung, wie eine Langzeitstudie aus der Schweiz zeigt. Die Ergebnisse liefern damit […]
Mehr erfahren zu: "Beruhigungsmittel in der Schwangerschaft nicht mit psychiatrischen Störungen bei Kindern assoziiert" Beruhigungsmittel in der Schwangerschaft nicht mit psychiatrischen Störungen bei Kindern assoziiert Eine südkoreanische Studie, die im Fachjournal „BMJ“ veröffentlicht wurde, fand kein erhöhtes Risiko für psychiatrische oder neurologische Entwicklungsstörungen wie ADHS und Autismus bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Beruhigungsmittel […]