Kinder- und Jugendärzte warnen vor E-Zigaretten

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Immer weniger Jugendliche in Deutschland rauchen. Doch die Tabakindustrie bewirbt zur Zeit in großen Werbekampagnen E-Zigaretten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt deshalb vor den Gefahren des “Dampfens”.

“Diese Kampagnen können das Rauchen wieder populär und damit unsere Aufklärungsarbeit der letzten Jahre zunichte machen sowie Jugendliche großen Gesundheitsgefahren aussetzen, denn E-Zigaretten sind alles andere als sanft oder harmlos. Jugendliche ‘üben’ durch die E-Zigarette das Rauchen. Und auch die E-Zigarette selbst ist gerade für die Gesundheit von Jugendlichen äußerst schädlich, denn sie enthält meist Nikotin, Geschmacksstoffe und andere chemische Zusätze,” sagte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Das Nikotin in E-Zigaretten macht süchtig und schadet dem noch unreifen Gehirn der Heranwachsenden. Insbesondere verändert es den natürlichen Aufbau von Synapsen, dies wiederum kann die Gehirnareale schädigen, die für Aufmerksamkeitskontrolle und Lernen zuständig sind.

“Ultrafeine Partikel werden tief in die Lunge eingeatmet und schädigen sie: Beispielsweise Geschmacksstoffe wie Diacetyl, eine Chemikalie, die mit schweren Lungenerkrankungen in Verbindung gebracht wird, sowie Schwermetalle wie Blei und Nickel”, erklärte Fischbach.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte setzt sich daher für ein komplettes Werbeverbot von E-Zigaretten ebenso wie für herkömmliche Zigaretten ein. Zugleich ermahnt er Eltern, mit ihren heranwachsenden Kindern zu reden.

Dr. Josef Kahl, Präventionsexperte und Bundespressesprecher des BVKJ: “Eltern können mit darüber entscheiden, ob ihre Kinder zu E-Zigaretten greifen. Unser Rat: Selbst wenn Sie als Vater oder Mutter selbst Raucher sind oder waren: Sprechen Sie ehrlich mit ihren Kindern über die Gesundheitsrisiken des ‘Dampfens’ oder Rauchens, über Ihre Versuche, nikotinfrei zu leben. Machen Sie ihnen klar, dass Sie von ihnen erwarten, dass sie weder rauchen noch ‘dampfen’.