Kinder- und Jugendgesundheit: HBSC-Studie Sachsen-Anhalt zeigt negative Entwicklungen10. Juni 2025 Die HBSC-Studie legt den Fokus auf das Gesundheitsverhalten von Schüler:innen im Alter von 11, 13 und 15 Jahren. (Quelle: © auremar – adobe.stock.com) In Sachsen-Anhalt berichteten Schülerinnen und Schüler nach dem Ende der Corona-Pandemie überwiegend von negativen Entwicklungen, die ihr Wohlbefinden und gesundheitliches Verhalten betreffen. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der HBSC-Studie Sachsen-Anhalt, die im Jahr 2022 durchgeführt wurde. Laut der Studie bewerten rund 85 Prozent der Befragten ihre Gesundheit als gut bis ausgezeichnet. Auch die Zufriedenheit mit der Schule ist überwiegend hoch. Allerdings lagen die Werte in beiden Kategorien im Jahr 2018 noch etwas höher. Außerdem stieg die Häufigkeit psychosomatischer Beschwerden signifikant an: Mehr als 32 Prozent der Schüler gaben an, regelmäßig unter Einschlafproblemen zu leiden. Auch die Wahrnehmung von Einsamkeit ist mit circa 18 Prozent eine ernstzunehmende Herausforderung. Bedeutend ist den Studienautoren zufolge ebenso die Häufigkeit von angststörungsbezogenen Symptomen mit knapp einem Viertel der Schüler. Besonders vulnerabel sind dabei Mädchen, die deutlich häufiger von schlechterer psychischer Gesundheit berichten als Jungen. Ein weiteres besorgniserregendes Ergebnis sehen die Studienautoren im erheblichen Anstieg von Mobbing und Gewalt, insbesondere im Gymnasialbereich und bei jüngeren Schülern. Auch der zunehmende Einfluss sozialer Medien auf den Alltag und das Wohlbefinden der Jugendlichen verdeutliche die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu stärken. Der Bericht erfasst zudem einen Anstieg des Alkohol- und Tabakkonsums in den zurückliegenden vier Jahren. Der 2022 neu erfasste E-Zigarettenkonsum ist unter Schülern zum Teil beliebter als Tabakzigaretten. Erfreulich ist, dass der tägliche Obst- und Gemüsekonsum anstieg, allerdings stieg gleichzeitig auch der Süßigkeiten- und Softdrinkkonsum an. Fast ein Drittel der Befragten gibt zudem an, unter der Woche kein Frühstück zu sich zu nehmen oder ohne Frühstück in die Schule zu gehen. Im Hinblick auf die familiären Verhältnisse gaben etwa 75 Prozent der Befragten an, Unterstützung durch die Familie zu erfahren. Gleichzeitig lässt sich auch eine Abnahme in der Kommunikation mit ihren Eltern, insbesondere bei Mädchen und genderdiversen Jugendlichen verzeichnen. „Leider sehen wir in vielerlei Hinsicht deutliche Verschlechterungen in der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen im Vergleich zu 2018. Hier gilt es dringend anzusetzen. Die Datengrundlage, die wir mit der HBSC-Studie speziell für Sachsen-Anhalt erreicht haben, bietet uns die Möglichkeit, gezielt die Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit in den Blick zu nehmen und ins Handeln zu kommen“, berichtet Vertretungsprofessorin und Leiterin der Studie Dr. Irene Moor vom Institut für Medizinische Soziologie an der Universitätsmedizin Halle. „Die Studienergebnisse zeigen – Licht und Schatten liegen gleichzeitig vor. Die guten Gesamtwerte stehen neben negativen Entwicklungen in einzelnen Parametern. Genauso, wie sich das Leben der aktuellen Schülergeneration verändert, passen wir unsere präventiven Programme an. Die IKK gesund plus ist überzeugter HBSC-Förderer, weil wir über unsere Tätigkeit hinaus allen relevanten Akteuren im Land damit Impulse geben wollen. Wir brauchen mehr Zusammenspiel von Land, Kommunen, Schulen, Sozialarbeit und vielen weiteren Institutionen und Fachkräften, um die Lebenswelten unserer Kinder und Jugendlichen gesünder zu machen“, erklärt Ann Hillig, Vorständin der IKK gesund plus. Die HBSC-Studie ist eine der größten internationalen Erhebungen zur Kinder- und Jugendgesundheit und wird seit 1982 alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft der WHO durchgeführt. Diese neueste Erhebung in Sachsen-Anhalt soll als Grundlage dienen, um präventive Strategien zu entwickeln und die Gesundheitsförderung für die junge Generation im Land gezielt zu verbessern. Die aktuellen Daten wurden am 4. Juni 2025 im Rahmen des 2. Symposiums der HBSC-Studie Sachsen-Anhalt in Magdeburg vorgestellt.
Mehr erfahren zu: "Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet" Projekt für Umgang mit psychisch belasteten Schülern startet Verhaltensauffälligkeiten nehmen auch im Schulalltag zu. Nach langer Planung startet in Sachsen nun ein Projekt, das Lehrkräfte sowie Schulleitungen entlasten soll.
Mehr erfahren zu: "Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken" Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken Auch mehrere Jahre nach Ende der Corona-Pandemie prägt diese Zeit noch Tausende Teenager in Baden-Württemberg in Form psychischer Erkrankungen.
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]