Kinderimmunkrankheiten: Mit Biomarkern zur präziseren Diagnose6. Februar 2024 Neue Biomarker helfen künftig dabei, Immunerkrankungen bei Kindern exakter zu diagnostizieren. (Foto: © Artur Wnorowski – stock.adobe.com) Forschende am Centrum für Chronische Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg haben neue Erkenntnisse über Autoimmun-Lymphoproliferative Erkrankungen bei Kindern gewonnen: Sie identifizierten Biomarker, die eine Abgrenzung unterschiedlicher Immunkrankheiten erlauben. Wenn Autoimmunkrankheiten im Kindesalter auftreten und mit geschwollenen Lymphdrüsen oder vergrößerter Milz einhergehen, weist das auf eine angeborene Störung des Immunsystems hin. Die genaue Diagnose ist schwierig, aber entscheidend für die Therapie. In einer Studie des Centrums für Chronische Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg konnten nun neue Erkenntnisse über Autoimmun-Lymphoproliferative Erkrankungen bei Kindern gewonnen werden. Dabei wurden entscheidende Biomarker identifiziert, die eine Abgrenzung unterschiedlicher Immunkrankheiten erlauben. „Wir haben nun ein besseres Konzept, um diese komplexen Immunerkrankungen zu diagnostizieren und maßgeschneiderte Behandlungen anzubieten“, erklärt Prof. Stephan Ehl, Ärztlicher Direktor des Centrums für Chronische Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg und Mitglied des Excellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg. „Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Medizin für Kinder mit diesen seltenen Immunstörungen.” Wenn der Körper das eigene Blut angreift Die Autoimmun-Lymphoproliferative Störung (ALPS) ist eine angeborene chronische Erkrankung, bei der ein Signalweg gestört ist, der das Immunsystem im Gleichgewicht hält. Patienten zeigen ein übermäßiges Wachstum von Lymphozyten und bilden Autoantikörper gegen eigene Blutzellen. Bei gezielter medikamentöser Therapie lässt sich die Erkrankung sehr gut kontrollieren und hat eine gute Prognose. Bei vielen Patienten mit diesen Symptomen ist der Signalweg aber intakt. Sie werden als „ALPS-ähnlich“ bezeichnet, sprechen aber oft auf die ALPS-Behandlung nicht an und haben einen schwereren Verlauf. Ablauf der Studie Die Studie, die zwischen 2008 und 2022 durchgeführt wurde, untersuchte 431 Kinder mit Verdacht auf ALPS, unter der Hypothese, dass bei den Patienten andere Signalwege gestört sind. Bei 71 Kindern wurde mithilfe hochspezifischer Biomarker ALPS diagnostiziert. Bei 90 Kindern wurden Störungen mehrerer anderer Signalwege festgestellt, bei denen oft gezielte Therapien möglich waren. „Die Ergebnisse zeigen, dass neben ALPS auch andere genetische Erkrankungen vorliegen können“, berichtet Pauline Hägele, Erstautorin der Studie und Doktorandin am Centrum für Chronische Immundefizienz des Universitätsklinikums Freiburg. „Wir haben durch unsere Studie für diese Patienten die neue Klassifikation als Autoimmun-Lymphoproliferative-Immundefizienzen (ALPID) eingeführt. ALPID ist ein Warnsignal, dass die Erkrankung ernster sein kann als ALPS. Gleichzeitig können erweiterte genetische Untersuchungen bei ALPID-Patienten gezielte Therapien ermöglichen und damit schwere Verläufe verhindern.“
Mehr erfahren zu: "Wiener Forschende testen Hirnstimulation bei psychisch kranken Jugendlichen" Wiener Forschende testen Hirnstimulation bei psychisch kranken Jugendlichen Mit Elektrodenhaube und Animationsfilm: Forschende des ABC BRAIN Lab der Medizinischen Universität Wien (Österreich) untersuchen, ob elektrische Hirnstimulation Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen helfen kann, ihre Gefühle besser zu […]
Mehr erfahren zu: "Clesrovimab ist nun in der GKV verordnungs- und erstattungsfähig" Weiterlesen nach Anmeldung Clesrovimab ist nun in der GKV verordnungs- und erstattungsfähig Der monoklonale Antikörper Clesrovimab zur Prävention von RSV-bedingten Erkrankungen der unteren Atemwege bei Neugeborenen und Säuglingen ist für Versicherte in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nun verordnungs- und erstattungsfähig. Das teilt […]
Mehr erfahren zu: "Dampfen statt Trinken: Wie sich das Konsumverhalten Jugendlicher verändert" Dampfen statt Trinken: Wie sich das Konsumverhalten Jugendlicher verändert Die Zeiten des Komasaufens sind größtenteils vorbei. Stattdessen greifen junge Leute nach Einschätzung eines Experten öfter zur E-Zigarette. So verändert sich das Konsumverhalten Jugendlicher in Thüringen.