Kindlicher Herzstillstand außerhalb der Klinik: Art der Adrenalinverabreichung hat keinen Einfluss auf das Überleben

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Ob Kindern, die außerhalb des Krankenhauses einen Herzstillstand erleiden, das benötigte Adrenalin intraossär (i.o.) oder intravenös (i.v.) verabreicht wird, hat keinen Einfluss auf die Überlebensrate bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus.

Das geht aus einer Studie japanischer und US-amerikanischer Forschender hervor, die dieser Fragestellung mithilfe einer retrospektiven Kohortenstudie mit 739 Kindern nachgegangen ist.

Die Patienten (medianes Alter 1 Jahr; IQR 0–11 Jahre; 60,8 % männlich) hatten außerhalb der Klinik einen nicht traumatischen Herzstillstand (OHCA) erlitten, waren von Rettungsdiensten behandelt worden und hatten vor der Einlieferung ins Krankenhaus Adrenalin entweder i.o. oder i.v. erhalten. Ihre Daten entnahmen die Forschenden um Erstautor Masashi Okubo von der University of Pittsburgh School of Medicine, USA, dem Resuscitation Outcomes Consortium Epidemiologic Registry, einem prospektiven OHCA-Register an zehn Standorten in den USA und Kanada, das von April 2011 bis Juni 2015 geführt wurde.

Der primäre Endpunkt der Studie war das Überleben der Patienten bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus. Der sekundäre Endpunkt war die Rückkehr der spontanen Durchblutung (ROSC) vor der Ankunft im Krankenhaus. Um Ungleichgewichte bei den demografischen Daten der Patienten, den Merkmalen des Herzstillstands sowie den Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kontrollieren, errechneten die Autoren Propensity-Scores und führten eine inverse Wahrscheinlichkeitsgewichtung (IPTW) mit stabilisierten Gewichten durch.

Von den 739 eingeschlossenen Patienten hatten 535 (72,4 %) das Adrenalin i.o. und 204 (27,6 %) i.v. erhalten. Die IPTW (740 gewichtete Fälle) ergab keine signifikanten Unterschiede in der Überlebensrate bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus (i.o.: 28/528 Patienten [5,3 %] vs. i.v.: 12/212 Patienten [5,7 %]; RR 0,92; 95%-KI 0,41–2,07) oder präklinischer ROSC (i.o.: 76/528 Patienten [14,4 %] vs. i.v.: 46/212 Patienten [21,7 %]; RR 0,66; 95%-KI 0,42–1,03) zwischen der i.o.- und der i.v.-Gruppe.

Dass in ihrer retrospektiven Kohortenstudie die Art der Adrenalinverabreichung keinen Einfluss auf das Überleben bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus oder die präklinische ROSC hatte, könne die bisher gängige Praxis, Adrenalin entweder i.o. oder i.v. zu verabreichen, unterstützen, resümieren die Autoren.

(ej/BIERMANN)