Kleinkinder entwickeln sich trotz Pandemie sozial normal 4. August 2022 Ein einjähriges Kind während einer Studie mit Eyetracking, bei der das Blickverhalten analysiert wird. (Bild: UZH) Krankheit und Tod, aber auch soziale Isolation und psychische Probleme – die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesellschaft sind immens. Aber wie ergeht es den Kleinsten der Gesellschaft, den Säuglingen? Forschende der Universität Zürich zeigen, dass Eltern und nahe Bezugspersonen ausreichen, um negative Effekte auf die soziale Entwicklung der Kleinkinder abzufedern. Die COVID-19 Pandemie hatte und hat einen großen Einfluss auf das soziale Leben aller. Von einem Tag auf den anderen wurde von zu Hause aus gearbeitet, die Menschen gingen auf Distanz und bedeckten die Hälfte ihres Gesichtes mit einer Hygienemaske. Dies ist weder an Kindern und Jugendlichen noch an Erwachsenen spurlos vorübergegangen. Welchen Einfluss die pandemiebedingten Veränderungen jedoch auf die Kleinsten haben, wurde bisher noch wenig erforscht. Blickverfolgung ist grundlegend für soziale Entwicklung Forschende der Universität Zürich (UZH) haben nun untersucht, ob Kleinkinder, die während der Pandemie zur Welt gekommen sind, ein anderes Sozialverhalten zeigen als gleichaltrige Kinder davor. Sie fokussierten sich dabei auf die Fähigkeit der Kleinen, dem Blick einer anderen Person zu folgen. “Diese Fähigkeit ist grundlegend, um soziale Interaktionen eingehen zu können, Beziehungen aufzubauen und die Sprache zu entwickeln”, sagt Stephanie Wermelinger, die am Psychologischen Institut der UZH zur Entwicklungspsychologie im Säuglings- und Kindesalter forscht. Dies zeigt sich etwa bei Personen mit Autismus, die diesbezüglich eingeschränkt sind: Ihre Interaktion mit der Gesellschaft kann erschwert sein. 80 Kleinkinder im Alter von zwölf bis 15 Monaten nahmen an der Studie teil. Sie sahen verschiedene Videos, in denen eine Person ihren Blick auf eines von zwei Objekten richtete. Durch die Messung der Augenbewegungen wurde erfasst, wie oft und wie schnell die Kinder dem Blick der Person folgten. Diese Daten verglichen die Forschenden dann mit jenen von 133 Kindern, deren Blickverhalten mit derselben Methode vor der Pandemie analysiert wurde. Eltern und Bezugspersonen puffern Pandemieeffekte ab Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Unterschiede im Verhalten zwischen den Kindern mit und ohne Pandemieerfahrung. In beiden Gruppen folgten sie dem Blick der Person gleich oft und gleich schnell. Obwohl die Säuglinge während der Pandemie weniger Personen sahen und mit mehr maskierten Personen interagierten, scheinen sie sich den Forschenden zufolge nicht anders zu entwickeln als Kinder vor den pandemiebedingten Veränderungen. “Wir gehen davon aus, dass die unveränderten sozialen Interaktionen mit Eltern und Bezugspersonen im häuslichen Rahmen ausreichen, um einen möglichen Einfluss der Corona-Pandemie auf Kleinkinder abzufedern”, sagt Studienautorin Wermelinger. Diese Kontakte könnten also ausreichen, um Säuglinge mit genügend sozialem Input zu versorgen, um sich soziale und emotionale Kompetenzen wie das Verfolgen von Blicken anzueignen.
Mehr erfahren zu: "Ärztetag legt Konzept für „stabile Gesundheitsversorgung in Zeiten des Wandels“ vor" Ärztetag legt Konzept für „stabile Gesundheitsversorgung in Zeiten des Wandels“ vor Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat den Gesetzgeber in einem mit großer Mehrheit gefassten Beschluss aufgefordert, die vorgesehenen Sparmaßnahmen „sauber auszutarieren“. Für ein zukunftsfestes Gesundheitswesen legt der Ärztetag zudem […]
Mehr erfahren zu: "Projekthaus Sonnenstrahl für krebskranke Kinder in Dresden eröffnet" Projekthaus Sonnenstrahl für krebskranke Kinder in Dresden eröffnet In Dresden ist das Projekthaus Sonnenstrahl für krebskranke Kinder und deren Familien offiziell eröffnet worden. Die José Carreras Leukämie-Stiftung hat den Bau mit 300.000 Euro gefördert.
Mehr erfahren zu: "Studie will Kindern mit angeborenem Herzfehler das Schwimmen ermöglichen" Studie will Kindern mit angeborenem Herzfehler das Schwimmen ermöglichen Schwimmen ist ein ideales und beliebtes Hobby für Kinder. Doch Kinder mit angeborenen Herzfehlern werden hier oft beschränkt. Der Grund hierfür ist eine unzureichende Studienlage. Das Herzzentrum Leipzig will diese […]