Klinikum Chemnitz weiht neues Interventionszentrum ein14. Juni 2019 Blick in die Räumlichkeiten des neuen Interventionszentrums am Klinikum Chemnitz. (© Klinikum Chemitz gGmbH) Das Institut für Radiologie und Neuroradiologie am Klinikum Chemnitz hat sein neues Interventionszentrum eingeweiht. Zwei hochmoderne Angiographieanlagen machen das Interventionszentrum zum derzeit leistungsfähigsten seiner Art in der Region Südwestsachsen. „Gefäßbedingte Erkrankungen haben in der Bevölkerung in den vergangenen Jahren stark zugenommen“, sagte Dr. Jörg Thalwitzer, Chefarzt des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie. Damit einher gehe die Bedeutung minimalinvasiver Methoden bei der Behandlung solcher Erkrankungen. „Wir haben zwei parallel arbeitende Anlagen am Klinikum Chemnitz aufgebaut, um die Patientenversorgung in der Region als Maximalversorger auch bei Notfällen stets aufrecht zu erhalten“, so Thalwitzer weiter. Außerdem könnten so bereits geplante neue Behandlungsmethoden weiter entwickelt werden. Das Institut für Radiologie und Neuroradiologie hat zwei große Leistungsbereiche: Untersuchungen und Diagnostik mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztherapie (MRT) und Computertomographie (CT) sowie die Interventionen, also minimalinvasive Eingriffe in Gefäßen im Kopf sowie in allen übrigen Körperregionen zur Behandlung von Gefäß- und Tumorerkrankungen. Gerade diese interventionellen Eingriffe gewinnen im Klinikum zunehmend an Bedeutung, sagte Thalwitzer. Als Beispiel führt er die Behandlung von Schlaganfall-Patienten an. So liegt die Zahl der Thrombektomien am Klinikum bei rund 140 Fällen im Jahr. Damit zählt das Haus zu den großen Schlaganfall-Behandlungszentren in Deutschland. „Durch zwei Angiographie-Anlagen sind wir nun in der Lage, Schlaganfall-Patienten im Akutfall zu behandeln und zeitgleich geplante Eingriffe zu realisieren“, erklärte der Chefarzt den enormen Fortschritt durch das neue Interventionszentrum. „Dies spart Zeit und wird die Zahl der Interventionen an den Patienten deutlich erhöhen.“ Mit der hochauflösenden Technik der Bildverarbeitung der beiden neuen Hightech-Anlagen könnten auch kleinste anatomische Details dargestellt werden, erläuterte Thalwitzer weiter. Durch die simultane Aufnahme der Gefäße könne die Kontrastmittelmenge reduziert werden, denn es sei nun möglich, die Gefäße gleichzeitig in mehreren Ebenen darzustellen. Außerdem arbeite die neue Angiographie mit bis zu 70 Prozent reduzierter Strahlung im Vergleich zu früher. „Zusammenfassend schafft diese modernste Technik im neuen Interventionszentrum eine erhöhte Sicherheit für die Patienten”, sagte der Chefarzt. In den Räumen ist erstmals auch ein moderner Simulator installiert. Mit seiner Hilfe können die Ärzte vor einem Eingriff die Gefäße virtuell operieren, ohne einen Hautschnitt setzen zu müssen. So erhöhen sie zusätzlich die Sicherheit des Eingriffs. Durch diese Hightech-Simulationstechnik steigert das Klinikum auch seine Bedeutung als Ausbildungskrankenhaus für künftige Ärzte und Medizinisch-technische Radiologieassistenten (MTRA) – dies spiele bei der Gewinnung von Mitarbeitern eine wichtige Rolle, hieß es von Seiten des Klinikums.
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