KMT-Patienten: Sichere Augenversorgung in der Corona-Krise3. Juni 2020 Prof. Christof Scheid und Prof. Philipp Steven (v. l.) an der provisorischen Untersuchungseinheit. Foto: Michael Wodak Das Kompetenzzentrum okuläre GvHD unter Leitung von Prof. Philipp Steven vom Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln hat auf das Coronavirus-bedingt gestiegene Infektionsrisiko immunsupprimierter Knochenmark-transplantierter (KMT) Patienten unmittelbar reagiert und die Versorgung der Augenpatienten in das neue Gebäude des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) verlagert. Mit dieser räumlichen Verlagerung können Patienten bereits seit Beginn des Lockdowns unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards weiterhin augenärztlich versorgt werden. Dies ist bei den schwersten Verläufen einer unbehandelten Abstoßungsreaktion an den Augen (okuläre GvHD) von großer Bedeutung für den Seherhalt erfolgreich transplantierter Patienten. Die Installation der provisorischen Augenuntersuchungseinheit wurde mit Drittmitteln realisiert. „Durch die nun bestehende räumliche Nähe zwischen Augenabteilung und KMT-Ambulanz ergeben sich zudem enorme Vorteile für Patienten und Behandler“, sagt der Leiter des Transplantationsprogramms der Klinik I für Innere Medizin, Prof. Christof Scheid. „Vom ersten Tag an konnten ambulante Patienten der KMT-Ambulanz unmittelbar auch in der Augenabteilung untersucht werden, ohne hierfür einen gesonderten Termin vergeben zu müssen.“ „Diese örtliche Zusammenarbeit von Augenheilkunde und Hämato-Onkologie innerhalb einer Gebäudeebene, die bereits vor der COVID-19-Krise geplant war und nun aufgrund der Dringlichkeit vorgezogen wurde, verdeutlicht die in der Uniklinik Köln auf höchstem internationalen Niveau stattfindende Versorgung von Patienten mit Leukämien und anderen Blutkrebsformen“, so Steven. „Mit unserer erweiterten Abteilung, die hoffentlich bald wie geplant mit dem endgültigen Instrumentarium ausgestattet wird, haben wir zudem die Möglichkeit, wissenschaftliche Studien durchzuführen, um die okuläre GvHD besser verstehen und behandeln zu können.“ Das Kompetenzzentrum okuläre GvHD wurde laut Mitteilung des Universitätsklinikums 2014 gegründet und ist seitdem zum größten Zentrum dieser Art in Deutschland gewachsen. Im Jahr 2019 wurden mehr als 400 Patienten aus ganz Deutschland behandelt. Der Patient mit der weitesten Anreise stammt aus den USA. Das Kompetenzzentrum ist eng in das Forschungsprogramm des Schwerpunktes für Trockenes Auge und okuläre GvHD (Leitung Prof. Steven) eingebunden. Neben intensiven Forschungstätigkeiten nimmt das Kompetenzzentrum Aufgaben in der Ausbildung von Augenärzten für die Versorgung der okulären GvHD wahr und ist zudem federführend in der Erstellung der ersten nationalen Behandlungsleitlinie für die okuläre GvHD.
Mehr erfahren zu: "Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse" Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse Die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS) zählt zu den wichtigsten Langzeitstudien in der Glaukomforschung. Ein neuer Bericht mit OCT-Daten zeigt nun, dass das OCT ein wichtiges Instrument zur Überwachung bei […]
Mehr erfahren zu: "Frühgeborenenretinopathie und Strabismus: Therapie als Risikofaktor?" Frühgeborenenretinopathie und Strabismus: Therapie als Risikofaktor? Frühgeborene mit Frühgeborenenretinopathie (Retinopathia praematurorum, ROP) haben ein erhöhtes Risiko für spätere Augenerkrankungen. Eine Behandlung der ROP kann das Strabismusrisiko erhöhen.
Mehr erfahren zu: "„Das Mindset muss sich ändern“" „Das Mindset muss sich ändern“ Die weltpolitische Lage mit Konflikten und Kriegen allerorts und insbesondere der nahe Krieg in der Ukraine verändern auch die Medizin tiefgreifend. Kriegsbedingte Versorgungsfragen verrücken den medizinischen Alltag und erfordern eine […]