Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse

Eine Frau sitzt an der Spaltlampe. Der Untersucher hält mit den Fingern ihr Auge offen, das Messköpfchen des Goldmann-Tonometers nähert sich dem Auge
Symbolbild Goldmann-Applanationstonometrie Foto: @AntonioDiaz – stock.adobe.com

Die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS) zählt zu den wichtigsten Langzeitstudien in der Glaukomforschung. Ein neuer Bericht mit OCT-Daten zeigt nun, dass das OCT ein wichtiges Instrument zur Überwachung bei okulärer Hypertension sein kann.

Ziel der Studie war es, die OCT-basierte Dicke der Nervenfaserschicht (RNFL) und Ganglienzellschicht beziehungsweise inneren plexiformen Schicht (GCIPL) bei OHTS-Teilnehmern mit primärem Offenwinkelglaukom (POAG) mit den Werten der Kontrollgruppe ohne POAG zu vergleichen. Anhand dieser Daten sollte der Zusammenhang zwischen der Zeit seit Erreichen des POAG-Endpunkts und dem Verlauf der RNFL-/GCIPL-Dicke geklärt werden. Die Forschenden haaben irhe Ergebnisse im Fachjournal „American Journal of Ophthalmology“ veröffentlicht.

Die Datenanalyse erfolgte anhand von 646 OHTS-Teilnehmern, welche die OCT-Bildgebung beim OHTS-3-Besuch abgeschlossen hatten. Die Autoren verglichen die parapapilläre RNFL- und GCIPL-Dicke von 450 Augen, die ein POAG entwickelt hatten mit der von 723 Augen ohne POAG. Für die Bildgebung wurden die Cirrus- und Spectralis-OCT verwendet.

Augen mit Glaukom zeigen geringere Schichtdicken im OCT

Augen, die ein POAG entwickelten, zeigten im Vergleich zu Augen ohne POAG deutlich geringere Schichtdicken (mittlere globale RNFL-Dicke: 11,1 bis 12,7 µm dünner und mittlere globale GCIPL-Dicke: 4,5 bis 7,6 µm dünner, je nach verwendetem OCT). Alle Vergleiche waren hochsignifikant (P < 0,001).

Bei Augen, deren POAG-Diagnose bereits mehr als 10 Jahre zurücklag, war die mittlere globale RNFL- und GCIPL-Dicke sogar um rund zehn Prozent geringer als bei Augen mit kürzerer Zeit seit Diagnosestellung. Die Daten zeigten, dass die Ausdünnung der Schichten über die Jahre kontinuierlich fortschreitet.

OCT als zentrales Werkzeug zur Überwachung glaukomatöser Strukturveränderungen

Die analysierten Daten charakterisieren das Ausmaß der RNFL- und GCIPL-Ausdünnung im Verlauf zunehmender POAG-Dauer. Sie unterstreichen damit die Rolle der OCT als wichtiges  Werkzeug zur Überwachung glaukomatöser struktureller Veränderungen bei Augen mit okulärer Hypertension. (ak/BIERMANN)