Kortikosteroide verbessern das Outcome beim Kawasaki-Syndrom29. Juli 2021 Foto: ©felipecaparros – stock.adobe.com Patienten mit Kawasaki-Syndrom (KS), die bei Diagnosestellung eine Koronararterienvergrößerung zeigen, können von einer primären adjunktiven Kortikosteroidtherapie über intravenöses Immunglobulin (IVIG) hinaus profitieren. Patienten mit Kawasaki-Syndrom (KS), die bei Diagnosestellung eine Koronararterienvergrößerung zeigen, haben das höchste Risiko für persistierende Koronararterienaneurysmen (CAA). Sie können jedoch von einer primären adjunktiven Kortikosteroidtherapie über intravenöses Immunglobulin (IVIG) hinaus profitieren. Dies zeigt eine retrospektive Single-Center-Studie aus den USA mit 92 KS-Patienten, die innerhalb von 10 Tagen nach Fieberbeginn diagnostiziert wurden und einen CA-z-score ≥2,5 aufwiesen. Alle erhielten eine Primärbehandlung mit IVIG (n=162), 48 erfüllten zusätzlich die Einschlusskriterien für die primäre Zusatztherapie (IVIG plus Kortikosteroide). Zielparameter der Studie waren das Auftreten einer Behandlungsresistenz (persistierendes Fieber >36 Stunden nach der Erstbehandlung) sowie die CAA-Rückbildungsrate. Die Kortikosteroid-Gruppe war jünger und hatte größere Ausgangs-CAAs im Vergleich zu historischen Kontrollen. Die demografischen Daten und Laborwerte waren ansonsten zwischen den Gruppen ähnlich. In der Kortikosteroid-Gruppe trat seltener eine Behandlungsresistenz auf (4 % vs. 30 %, p=0,003) und der Spiegel des C-reaktiven Proteins sank stärker. Nach Adjustierung für den Ausgangs-CA-z-Score, das Alter und bilaterale vs. unilaterale CAA hatte die Kortikosteroid-Gruppe eine höhere Odds Ratio (OR 2,77; 95 %-Konfidenzintervall [KI ]1,04–7,42; p=0,042) für und eine kürzere Zeitspanne bis zur Rückbildung der CAA (Hazard Ratio 1,94; 95 %-KI 1,27–2,96; p=0,002). Zusammenfassend halten die Autoren fest, dass eine primäre adjuvante Kortikosteroidtherapie ist bei KS-Patienten mit CAA bei Diagnose mit einer geringeren initialen Therapieresistenz, einer stärkeren Verbesserung der Entzündungsmarker und einer höheren Wahrscheinlichkeit einer CAA-Rückbildung bei Patienten assoziiert. Multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studien müssten den Nutzen von Kortikosteroiden bei Patienten mit CAA zum Zeitpunkt der Diagnose nun bestätigen und Kortikosteroide mit anderen adjunktiven Therapien vergleichen, regen Kevin G. Friedman von der Harvard Medical School in Boston, USA, und Kollegen an. (ej) Originalpublikation: Friedman KG et al. Primary adjunctive corticosteroid therapy is associated with improved outcomes for patients with Kawasaki disease with coronary artery aneurysms at diagnosis. Arch Dis Child 2021;106(3):247–252.
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