Kreuzschmerzen: App bringt nur leichte Verbesserungen26. Januar 2022 © Syda Productions – stock.adobe.com (Symbolbild) Lassen sich Kreuzschmerzen über eine App, die evidenzbasierte, individuell zugeschnittene Empfehlungen zum Selbstmanagement gibt, lindern? Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 461 Probanden mit unspezifischen Kreuzschmerzen aus Dänemark und Norwegen fand nach 3 Monaten eine nur leichte Verbesserung durch die Verwendung einer speziellen App. Ob die Verbesserung von klinischer Bedeutung ist, halten die Forschenden um Erstautorin und Assistenzprofessorin Louise Fleng Sandal von der University of Southern Denmark für ungewiss. Sie gehen jedoch davon aus, dass sich die Wirksamkeit durch eine Prozessevaluierung und Verfeinerung der App (selfBACK) erhöhen lässt. Teilnehmende Probanden (55% weiblich) waren im Durchschnitt 47,5 ±14,7 Jahre alt, litten unter unspezifischen Kreuzschmerzen mit einem Wert von ≥6 im Roland-Morris Disability Fragebogen (RMDQ) und besaßen ein Smartphone und einen E-Mail-Zugang. Zusätzlich zur Standardbehandlung aller Probanden wurden 232 Teilnehmende in die Interventionsgruppe mit der App randomisiert. Die App lieferte wöchentliche Empfehlungen für körperliche Aktivität, Kraft- und Dehnungsübungen sowie tägliche Aufklärungshinweise. Die Empfehlungen für das Selbstmanagement waren auf die Merkmale und Symptome der einzelnen Patienten zugeschnitten. Als primäres Ergebnis erfassten die Studienautoren die mittlere Differenz der RMDQ-Werte zwischen Interventions- und Kontrollgruppe nach 3 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt nahmen noch 399 Probanden (87%) an der Studie teil. Der Unterschied der RMDQ-Werte betrug 0,79 (95%-KI 0,06–1,51; p=0,03) zugunsten der selfBACK-Intervention. Der Prozentsatz der Teilnehmenden, der eine Verbesserung von ≥4 Punkten im RMDQ meldete, betrug 52% in der Interventionsgruppe vs. 39% in der Kontrollgruppe (bereinigtes OR 1,76; 95%-KI 1,15–2,70; p=0,01). Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „JAMA Internal Medicine“ publiziert. Fazit In der Studie mit 461 Probanden wurde nach 3 Monaten eine nur leichte Verbesserung durch die Verwendung einer speziellen App registriert. Ob die Verbesserung von klinischer Bedeutung ist, halten die Autoren für ungewiss. (ah) Autoren: Sandal LF et al. Korrespondenz: Louise F. Sandal; [email protected] Studie: Effectiveness of App-Delivered, Tailored Self-management Support for Adults With Lower Back Pain–Related Disability – A selfBACK Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Intern Med 2021;181(10):1288–1296. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2021.4097
Mehr erfahren zu: "KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“" KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“ Laut Kabinettsentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) soll der Zugriff der Kassen auf die elektronische Patientenakte (ePA) nochmals erweitert werden. Die KBV warnt vor einem […]
Mehr erfahren zu: "Warken will Krankheitsprävention ausbauen" Warken will Krankheitsprävention ausbauen Wenn man eine Erkrankung hat, wird man behandelt – das ist im deutschen Gesundheitswesen klar. Um Risiken zu mindern oder früher zu erkennen, soll aber auch die Prävention eine größere […]
Mehr erfahren zu: "GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz kommt" GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz kommt Die schwarz-rote Koalition bringt eine große Reform vor dem Sommer durch: Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz für die Ausgaben der Krankenkassen ist nach langem Ringen besiegelt. Sind höhere Beiträge damit nun vom Tisch?