Langzeitbeobachtung zu systemischen Corticosteroiden bei Asthma: Höheres Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen16. November 2018 © New Africa – fotolia.com In älteren wissenschaftlichen Arbeiten ist berichtet worden, dass eine viermalige Gabe systemischer Corticosteroide (SCS) pro Jahr als Schwellenwert mit unerwünschten Folgen verbunden ist. In einer neuen Studie haben Wissenschaftler um den Erstautor Prof. David B. Price vom Observational and Pragmatic Research Institute in Singapur nun in einer breitgefächerten Asthmapopulationen das erstmalige Auftreten solcher nachteiliger Outcomes nach Beginn einer SCS-Therapie untersucht. Wie die Wissenschaftler im „Journal of Asthma & Allergy“ berichten, stellten sie in ihrer Studie fest, dass unbedingt neu bewertet werden müsse, wann Patienten in eine spezialärztliche Behandlung gehören, und dass eine nicht steroidale Behandlung in Betracht gezogen werden müsse. Die Forscher verwendeten für ihre Untersuchung Daten aus den Krankenakten mindestens 18-jähriger Patienten aus den Jahren 1984–2017, die an einer aktiven Asthmaerkrankung litten. Gematchte Patienten mit einer ersten SCS-Verschreibung (SCS-Arm) und solche ohne SCS-Exposition (Nicht-SCS-Arm) wurden nachbeobachtet, bis ein erstes Outcome-Ereignis eintrat. Gematcht wurden 24.117 Patientenpaare mit einer medianen Verfügbarkeit von Daten vor Beginn einer SCS-Therapie von 9,9 und 8,7 Jahren sowie einem medianen Follow-up von 7,4 und 6,4 Jahren im SCS- bzw. Nicht-SCS-Arm. Im Vergleich zu solchen aus dem Nicht-SCS-Arm besaßen Patienten aus dem SCS-Arm ein signifikant erhöhtes Risiko für Osteoporose/osteoporotische Frakturen (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 3,11; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,87–5,19), Pneumonie (aHR 2,68; 95 %-KI 2,30–3,11), kardio-/zerebrovaskuläre Erkrankungen (aHR 1,53; 95 %-KI 1,36–1,72), Katarakt (aHR 1,50; 95 %-KI 1,31–1,73), Schlafapnoe (aHR 1,40; 95 %-KI 1,04–1,86), Nierendysfunktion (aHR 1,36; 95 %-KI 1,26–1,47), Depression/Angst (aHR 1,31; 95 %-KI 1,21–1,41), Typ-2-Diabetes (aHR 1,26; 95 %-KI 1,15–1,37) und Gewichtszunahme (aHR 1,14; 95 %-KI 1,10–1,18). Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung für eine kumulative SCS-Exposition setzte bei 1,0 bis <2,5 g ein, in Bezug auf einige Outcomes auch schon bei 0,5 bis <1 g (vs. Referenz >0 bis <0,5 g), was nach Angaben der Studienautoren einer 4-maligen Gabe von SCS über ein gesamtes Leben gesehen entspricht. Fazit Die Neubewertung der Patientengruppe, bei der eine nicht steroidale Therapie in Betracht gezogen werden muss, ist dringend erforderlich, so das Fazit der Studienautoren. Autoren: Price DB et al. Korrespondenz: Prof. David B. Price, Observational and Pragmatic Research Institute, 0 Paya Lebar Road, Paya Lebar Square #05-33/34, Singapur 409051 Singapur; [email protected] Studie: Adverse outcomes from initiation of systemic corticosteroids for asthma: long-term observational study Quelle: J Asthma Allergy 2018;11:193–204. Web: www.dovepress.com/journal-of-asthma-and-allergy-journal
Mehr erfahren zu: "Leitlinie bringt Klarheit bei Osteoporose-Frakturen " Leitlinie bringt Klarheit bei Osteoporose-Frakturen Anlässlich des Weltosteoporosetages (20. Oktober) verweist die DGOU auf die neue Leitlinie zu osteoporotischen Wirbelfrakturen1. Sie enthält klare Empfehlungen, wie diese häufig übersehenen Verletzungen besser diagnostiziert und behandelt werden können.
Mehr erfahren zu: "Dresdner BoHemE-Studie zeigt Zusammenhang zwischen Blutbildung und Knochengesundheit auf" Dresdner BoHemE-Studie zeigt Zusammenhang zwischen Blutbildung und Knochengesundheit auf Bei Myelodysplastischen Neoplasien (MDS) ist die Blutbildung im Knochenmark gestört. Therapien richten sich zumeist an Blutwerten und Blutbildveränderungen aus. Die Knochengesundheit wurde bei MDS bislang weniger beachtet.
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.