Laser Blended Vision: Wahrnehmungstest sagt Erfolg vorher

Sehtest am Phoropter. Symbolbild.Foto:©Kobus L/peopleimages.com-stock.adobe.com

Auf dem 44. Kongress der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) wurden Forschungsergebnisse zu einem einfachen Test vorgestellt, mit dem sich die Eignung eines Patienten für eine Laser-Blended-Vision-Behandlung vorhersagen lässt.

Laser Blended Vision ist eine Behandlungsmethode für Presbyopie. Sie zielt darauf ab, ein Auge für das klare Sehen in der Ferne und das andere für die Nahsicht zu korrigieren. Dabei stützt sich die Methode auf die Fähigkeit des Gehirns, beide Augen zu koordinieren, um in allen Entfernungen klar sehen zu können.

Die Forschungsergebnisse stellte Brendan Cummings, Facharzt für Augenheilkunde an der Wellington Eye Clinic in Dublin, Irland vor. „Wenn Menschen eine Alterssichtigkeit entwickeln, benötigen sie eventuell unterschiedliche Gläser, um Objekte in der Nähe und in der Ferne zu sehen, zum Beispiel zwei Brillen oder Bifokalgläser. Laser Blended Vision ist ein Verfahren, das darauf abzielt, Menschen die Fähigkeit zu verleihen, in allen Entfernungen klar zu sehen, ohne auf eine Brille angewiesen zu sein. Da es jedoch auf der Fähigkeit des Gehirns beruht, die unterschiedlichen Sehfähigkeiten von zwei Augen zu kombinieren, funktioniert es nicht bei jedem Patienten“, erklärte Cummings.

Eignung für Laseroperation bei mindestens 80 Prozent Sehschärfe am defokussierten Auge

Um zu prüfen, ob die Behandlungsmethode für einen Patienten geeignet ist, verwendeten Cummings und seine Kollegen einen Phoropter. Mithilfe des Geräts können Refraktionsfehler gemessen und die richtige Sehstärke ermittelt werden.

Ihren Test beginnen die Forscher damit, die richtigen Linsen zu finden, um die Fernsicht des Patienten zu maximieren. Sie bitten die Patienten, dies gedanklich als 100 Prozent festzuhalten. Anschließend defokussieren sie nur eines der Augen des Patienten, indem sie es kurzsichtig machen. Dabei fragen die Wissenschaftler, wie sich dies im Vergleich anfühlt. Der gesamte Vorgang wird wiederholt, diesmal wird jedoch das andere Auge defokussiert.

Wenn Patienten angeben, dass ihre Sehschärfe bei einem defokussierten Auge mindestens 80 Prozent beträgt, deutet dies den Forschenden zufolge darauf hin, dass sie die Seheindrücke beider Augen erfolgreich zusammenführen können. Damit wären sie für die Laseroperation geeignet. Zudem zeigt der Test den Wissenschaftlern nach, welches Auge dominant ist. Dieses sollte dann entsprechend für die Fernsicht behandelt werden. Das nicht dominante Auge könnte hingegen für die Nahsicht korrigiert werden.

Hohe Erfolgsquote nach dem Test

In die Studie wurden 1341 Patienten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Sehprobleme eingeschlossen (kurzsichtig, weitsichtig oder weder noch). Die Anwendung des Tests vor der Laseroperation identifizierte 30 Personen (1,6%), die für die Behandlung nicht geeignet waren. Insgesamt passten sich 96,9 Prozent der Patienten erfolgreich an ihr durch den Laser erzieltes Blended-Vision-Sehvermögen an. Damit war die Erfolgsquote nach dem Test und der Laseroperation den Forschenden zufolge sehr hoch.

„Wir haben festgestellt, dass eine einfache, technisch unkomplizierte Beurteilung der wahrgenommenen Fernsicht und der Augendominanz einen sehr hohen Vorhersagewert für die Verträglichkeit des Blended Vision-Ergebnisses durch den Patienten hat. Dies gilt für alle Patienten, unabhängig von ihrer Sehstärke vor der Operation“, erörterte Cummings. Er fügte hinzu:„Das bedeutet, dass wir vor der Operation Erkenntnisse darüber gewinnen können, wie das Gehirn der Patienten visuelle Reize verarbeitet, um Patienten auszusortieren, die keine guten Kandidaten für Blended Vision sind. Dieser Ansatz ist auch für Ärzte wertvoll, da wir für jeden einzelnen Patienten die richtigen Behandlungsstrategien anbieten möchten.“

(sas/BIERMANN)